Inflation, steigende Zinsen: Bloß nicht in Anleihen investieren!?

„Wie kommt es, dass Sie über Anleihen sprechen und Rentenfonds oder Mischfonds für eine Depotstruktur anraten, mein privates Umfeld sagt: In diesen Zeiten bloß nicht in Anleihen investieren!“ Mit dieser interessanten Reaktion war ich vor ein paar Tagen konfrontiert. Meine Antwort: Das kommt darauf an!

Eigentlich ist in meiner Wahrnehmung öffentlich immer von Aktien, manchmal Kryptos, ständig ETF’s, aber nie von Anleihen die Rede. Erstmal: was ist das? Bei Anleihen, auch Bond, verzinsliches Wertpapier oder Schuldverschreibung genannt, handelt es sich um Wertpapiere, die eine Schuld verbriefen. Es weist die Ausstattung wie Wert, Zins, Laufzeit und Schuldner aus. Gab es früher, wie bei aktien, noch so genannte effektive Stücke – also schön gestaltete Papiere – finden der Handel und die Verwahrung heute eigentlich nur noch digital statt.

Mit dem Kauf einer Anleihe (über ein Bankdepot) leihen Anleger einem Staat oder einem Unternehmen zum Beispiel
10.000 Euro, Laufzeit des Papiers 5 Jahre, Zinsausstattung 3% pro Jahr (p.a.).
Das Papier ist börsengehandelt, am Ende der Laufzeit gibt es den Nominalwert zu 100% zurück, also die 10.000 Euro. Verkaufen Anleger aber zwischendurch, erhalten sie als Erlös den erzielten Börsenkurs. Der kann je nach allgemeinem Zinsniveau höher oder tiefer als 100 liegen.

Wenn Zinsen steigen, bevorzugen Anleihekäufer die neuen Papiere, alte passen über die Börse den Kurs an, um marktgängig zu sein. Der Effekt wird durch lange Restlaufzeiten noch verstärkt. Das bedeutet, dass in Zeiten wie jetzt der Kurs von „alten“ Anleihen sinkt.

Dieser Effekt hat umgekehrt in der Vergangenheit sinkender Zinsen dazu geführt, dass alte, besser verzinste Papiere extreme Kursanstiege verzeichneten. Damit konnten Anleger in den letzten Jahren sogar mit Anleihen richtig Geld verdienen. Da eine Anleihe am Ende immer zu 100 zurückgezahlt wird, ist hier mit stark sinkenden Kursen zu rechnen, je näher die Fälligkeit rückt. Also, zugegeben, sinkende Kurse möchte man nicht im Portfolio.

Aber: Greifen Anleger auf breit streuende Fonds mit Anleihen zurück, um für mittlere oder kürzere Zeitfenster ein schwankungsarmes Investment im Depot zu haben, greifen folgende Aspekte:

  • Fonds investieren auch zügig in neue, besser verzinste Papiere. Damit kann der Effekt zeitlich begrenzt werden.
  • Über unterschiedliche Laufzeiten gleichen sich Schwankungen aus
  • Papiere, die nur noch kurze Zeit haben bis zur Fälligkeit, so genannte Restläufer, reagieren kaum noch auf die Zinsentwicklung
  • Fonds nutzen zur Streuung auch unterschiedliche Anleihen, zum Beispiel von Unternehmen und Staaten, anderen Währungen oder auch Schuldnern.

Kurz: Anleiheauswahl und -mischung ist echt speziell und aus meiner Sicht noch schwieriger, als Aktienauswahl. Für Privatanleger kaum zu leisten, darum bieten sich Investmentfonds an.

Da Geldanlage nur mit Tagesgeld (im besten Fall, oft auch nur Sparbuch oder Girokonto) und Aktie (bzw. Aktienfonds) nicht wirklich funktioniert, kommt es darauf an, wie man zwischen kurzfristiger Anlage und langem Horizont eine Lösung auswählt.

Schaut man sich aktuell Fonds mit Anleihen an, finden sich positive Renditen vor allem bei US Anleihen, ob Kurzläufer, Unternehmensanleihen oder internationale Währungen (die dann in der Fondswährung Dollar gerechnet werden). Allerdings spielt da zum Zinsniveau auch noch der Währungskurs eine Rolle. Auch inflationsgeschützte Produkte oder Mischfonds, die breit anlegen dürfen (bis hin zu vermögensverwaltenden Varianten), können das mittlere Zeitfenster abbilden. Wer auf Nachhaltigkeit achtet nutzt noch ein weiteres Kriterium.

Finanzwissen heißt, Vor- und Nachteile, Möglichkeiten und Lösungen zu kennen – und dann zu entscheiden. Übrigens: „Eierlegende Wollmilchsäue“ gibt es nicht!

Korrektur: Testerinnen gesucht! Altersvorsorge-Wissen vom Profi per Video-Kurs

Altersvorsorge ist ein Riesenthema, ob mit 25 oder 50, nach dem Erwerbsleben soll ein Vermögen den Ruhestand versüssen. Aber wie? Womit? Wie schätze ich eine Rentenlücke ein? Viele Fragen, in dem neuen Video-Basis-Kurs gibt es einen Leitfaden vom Profi.

Bevor wir an das breite Publikum gehen, suchen wir ein paar ausgewählte Teilnehmer:innen, die den Kurs vorab einmal durcharbeiten. Willst du dabei sein? 😀

 

Das bekommst du von uns:

* einen kompakten Kurs zur Altersvorsorge zum vergünstigten Preis von nur 99 Euro (anstatt später 189 Euro)

* 1 Jahr Zugang zu den Kursinhalten inklusive aller Updates

* Direkte Antworten von Renate Kewenig bei eventuellen Rückfragen

 

Das würden wir von dir erwarten:

* Du arbeitest den Kurs bis spätestens 28.08.2022 einmal ganz durch.

* Du gibst uns danach dein Feedback zum Kurs z.B. was fehlt noch, was sollte besser sein etc. (schriftlich, telefonisch oder via Video-Call, wie es dir lieber wäre)

* Du schreibst eine Rezension zum Kurs mit Foto und Namensangabe (hier reicht der Vorname, evtl. noch mit dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens und ein kleines Foto), das wir auf der Website www.finanztheke.de, auf der Kursseite sowie in den sozialen Medien verwenden dürften

 

Willst du mit uns gemeinsam das Thema Altersvorsorge angehen? Dann freuen wir uns, wenn wir dich exklusiv als eine der ersten Kursteilnehmerinnen begrüßen dürfen!

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Wenn du von dort auf einen der Button klickst, gelangst du zur Bezahlseite. Weiter unten kannst du dann den Gutschein-Code AV-KURS-99! eingeben und der Preis reduziert sich automatisch auf 99 Euro.

Der Gutschein ist zeitlich begrenzt, first come, first serve!

Danke für Eure Anmeldung!

 

Fragerunde: Neues Service-Format bei Finanzverstand

Gerade in diesen Zeiten fühlen sich viele Menschen unsicher und es kommt zu Kurzschlussreaktionen rund um das Thema Geld.

Die Fragerunde bietet Ihnen 30 Minuten, in denen ich Ihnen Ihre aktuellen Fragen beantworte.

Kosten: 59,–€, Buchung zunächst über das Kontaktformular, gern mit einem individuellen Terminwunsch.

Bildungsurlaub: Ohne Moos nix los!

Bezahlter Urlaub um schlau zu werden: der Bildungsurlaub. Von Mittwoch bis Freitag befasst sich das Seminar mit Geldanlage, Altersvorsorge & Co. Wenn Sie im Raum Bonn leben und/ oder arbeiten, nutzen Sie das Angebot und melden Sie sich an!

Details und Anmeldung finden Sie hier!

Verkaufen oder abwarten?

Die Nachrichten seit einer Woche überschlagen sich und auch bei uns, die wir eigentlich weit weg sind vom Ukraine-Konflikt, mehren sich Angst und Unsicherheit. Wird die Krise sich ausweiten? Behält Putin die Nerven? Wie wirken sich die Sanktionen auf Europa aus? Wird die Wirtschaft massiv unter Druck geraten? Was machen die Inflation und die Versorgungslage?

Fragen über Fragen – und die Unsicherheit spiegelt sich an den Märkten wider. Die Glaskugel, wohin das alles führt, hat niemand.

Auch wenn der Konflikt begrenzt bleibt, werden Kurse nachgeben und die Nerven von Anlegern strapazieren. Das, was vor Ort schreckliche Realität ist, Börsen geschlossen, Bargeld knapp, betrifft uns in Zentraleuropa nicht, zeigt aber, wie fragil unsere scheinbare Sicherheit ist. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, ruhig Blut aber schwierig. Gehen wir davon aus, dass kein 3. Weltkrieg entsteht, ist es sicher richtig, eine langfristige Strategie – zum Beispiel für die Altersvorsorge – beizubehalten. Je kurzfristiger eine Anlage an den Finanzmärkten angelegt ist, kann es sinnvoll sein, Investments erstmal ins Trockene zu bringen. Ein Strafzins dürfte das kleinere Übel sein.

Die Parkposition sollte nicht gerade dort lagern, wo scheinbar ein noch attraktiver Zins winkt: die Sberbank – immer wieder als Anlage in Hitlisten empfohlen – zeigt gerade wieder, ein höherer Zins impliziert auch immer ein höheres Risiko. Anleger bei der Russland-Bank sehen das gerade wieder.

Investments im Fondsbereich stellen Sondervermögen dar, die zwar schwanken, je nachdem, was sie enthalten, grundsätzlich aber unabhängig sind von der lagernden Bank oder der Kapitalverwaltungsgesellschaft. Die Möglichkeit, vorübergehend nicht verfügen zu können, besteht allerdings.

Zzum Beispiel Aktienfonds, auch ETF`s, können in den nächsten Wochen und Monaten Kurs-Stress verursachen, bleiben aber im Kern unangetastet. Misch- und Rentenfonds sollten in puncto Schwankung besser davon kommen.

Also abwarten oder verkaufen? Richtig festlegen wird sich wohl niemand, massive Abflüsse bei Banken und Beratungsunternehmen dürften diesen auch nicht gefallen.

Optimale Verkaufs- und Wiedereinstiegzeitpunkte trifft man nie, also mein Tipp: Prüfen Sie Ihre Cash-Position, halten Sie etwas Bargeld vor und fragen Sie sich, wieviel Kursstress Sie aushalten. Eventuell vorübergehend den Sicherheitsanteil erhöhen und die Entwicklung beobachten.

Hoffen wir, dass die Vernunft und/oder der politische Verstand irgendwann siegen.

 

Inflation und Geldanlage – cool bleiben!

Lange Jahre fast kein Thema: Inflation! Die bisherige Zielzahl in der EU lag bei 2% Preissteigerungsrate, künftig akzeptiert die Europäische Zentralbank als die Hüterin der Stabilität auch etwas mehr.

Das aktuelle Niveau von über 4% in Deutschland und die höhere Inflation in anderen Staaten veranlassen manche zur Folgerung, die Zeit niedriger Preissteigerungen sei vorbei und sie beschwören Angstszenarien.

Wir erinnern uns, dass im vergangenen Jahr 2020 coronabedingt die Mehrwertsteuer ab Juli sechs Monate gesenkt war von 19 auf 16% (bzw. von 7 auf 5%) und verschiedene Preise marktbedingt einbrachen. Die Folge: Eine negative Inflation.

Inzwischen gelten wieder die alten Steuersätze und durch verschiedene Effekte wie Lieferengpässe zum Beispiel bei Halbleitern und Co oder höhere Energiepreise steht einer großen Nachfrage eine zu geringe Angebotsmenge gegenüber. Der marktwirtschaftliche Effekt: Höhere Preise.

Experten gehen im Wesentlichen davon aus, dass wir hier eine temporäre Folge sehen, genauer wissen wir erst in einigen Monaten, ob auch grundsätzliche Einflüsse die Inflation dauerhaft treiben.
Also, nichts Genaues weiß man nicht.

Was heißt das aber für bestehende oder neue Geldanlageentscheidungen?

Tendenziell gehen mit steigenden Preisen höhere Zinsen einher. Dadurch können Aktienkurse belastet werden, da Anleger auch ohne Aktienrisiken eine Rendite erhalten. Zumindest vorübergehend leiden auch ältere, börsengehandelte verzinste Wertpapiere: Da sie einen schlechteren Zins aufweisen, als neue Papiere, passt sich der Kurs – also der aktuelle Börsenpreis – nach unten an, sie verlieren an Wert. Diese beschriebenen Effekte, gern noch gepaart mit psychologischen Einflüssen wie Inflationsangst generell, können Unruhe ins Depot bringen.

Grundsätzlich gelten Sachwerte, zum Beispiel Immobilien, Aktien oder auch in gewisser Weise Gold, als Inflationsschutz. Allen ist gemeinsam, dass sie – unabhängig von Tageskursen – durch ihre Funktion einen intrinsischen (inneren) Wert besitzen. In der Immobilie kann ich wohnen, hinter Aktien stehen klassischerweise Unternehmen mit ihren Vermögenswerten und Gold besitzt seit Menschengedenken in allen Kulturen einen unbestrittenen Wert.

Während zum Beispiel eine Zinszusage eben „nur“ ein Versprechen ist, weisen Sachwerte unabhängig von ihrem jeweiligen Handelswert einen Wert auf.
Die Frage ist: Welchen? Wer heute massiv auf Gold setzt, weil er glaubt, die Welt stünde am Abgrund, kann vielleicht für einen 100g Barren in der Not gerade mal ein Hühnchen oder ein Brot kaufen. Das kann natürlich rettend sein, steht aber mit heutigen Goldkursen in keinem Verhältnis.

Immobilien kosten seit Jahren horrende Preise, die aber in Notzeiten keiner bezahlen wird, einfach weil das Geld vielleicht gar nicht da ist. Aber Wohnen kann ich trotzdem.

Und Aktien? Nun, Siemens gibt es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, hat reichlich Krisen, Kriege und Katastrophen erlebt, Wandel vollzogen, Kursschwankungen durchgemacht, ist aber immer noch da.

Die Ausführungen zeigen, es gibt keine „eierlegende Wollmilchsau“ – jedes Anlagevehikel besitzt Chancen und Risiken, diese gilt es zu kennen und bei Anlageentscheidungen zu berücksichtigen.

Tipp: Sollten Sie in diesen Zeiten größere Beträge anlegen wollen, informieren Sie sich bei Banken, Beratern oder machen Sie einen Finanzworkshop. Nehmen Sie sich Zeit, und lassen Sie sich nicht durch Horrorszenarien Bange machen.

Eine gute Mischung, angepasst an Ihre persönliche Situation, gern auch ein paar Goldmünzen oder kleine Barren, Klarheit über Ihre Ziele und den Zeithorizont – und Sie können bei den politischen Tagesereignissen cool bleiben!

 

©Text/ Foto/ Grafik Renate Kewenig, Finanzverstand 2021

Cash, Aktie – und dann?

Langsam fällt es auf: In eigentlich allen Gesprächen der letzten paar Jahre spielen Aktien ETF’s eine Rolle und wo und wie man Geld kurzfristig parkt. Geht es beim Parken primär um Kosten und Einlagensicherung, wollen Verbraucher mit ETF’s vor allem „dabei“ sein. Anlagen auf Aktienindices brauchen vor allem Zeit, kurzfristige Erfolge freuen, basieren aber eher auf Glück. Sicher, die niedrigen (bis negativen) Zinsen, die Flutung der Märkte mit Liquidität und niedrigste Inflationsraten sprechen nicht dafür, dass die Aktienmärkte in naher Zukunft austrocknen. Wohin denn sonst mit dem ganzen Geld?

Für Privatanleger kommt für meinen Geschmack der Faktor Zeit immer etwas kurz: Setze ich auf Tagesgeldangebote oder Neukundenkonditionen bei der Kontenwahl, springe gern von Anbieter zu Anbieter, um ein klein wenig Zins zu ergattern, reicht das meist nicht, um die Inflation auszugleichen. Für ein bis zwei Jahre – also kurzfristig – kein Problem.

Langfristig – mindestens 10 Jahre sind hier gefragt – profitieren Aktienanlagen generell. Tiefer gehende Aspekte wie Währung, Unternehmensgrößen, Branchen etc. mal nicht betrachtet, ist es gut, die Anlagen zwischendurch nicht zu brauchen.

Was passiert also mit Anlagezeiträumen von 3 bis 10 Jahren? Meist führt diese Frage zu Schulterzucken. Verzinste Investments könnten diese Lücke füllen, auch bei ETF’s gibt es ein reichhaltiges Angebot. Ein Aufruf in der Software ergibt über 500 Treffer für „Rentenfonds nur ETF“: Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, in allen möglichen Währungen und Laufzeiten, verschiedenste gute und weniger gute Schuldner, das Angebot ist riesig und noch schwieriger einzugrenzen, als (vermeintlich) Aktien.

Gemischte Produkte spielen börsengehandelt eine sehr geringe Rolle, aber es gibt ja auch den großen Markt der aktiv gemanagten Fonds. Der Irrtum: Laufende Kosten seien ein Problem.

Vergleichende Listen mit Renditen über verschiedene Zeiträume folgen üblicherweise der BVI-Methode, berücksichtigen zwar keine (einmaligen) Kaufkosten (Ausgabeaufschläge), aber die laufenden Kosten im Fonds. Das heißt: Bei der ausgewiesenen Rendite sind die Kosten schon bezahlt.

Also: Ran an die Alternativen von Mischfonds, Rentenfonds & Co.! Es gibt auch noch Lösungen zwischen Cash und Aktie!

 

 

Mini-Finanzcoaching verschenken

Noch kein Weihnachtsgeschenk? Noch bis Weihnachten läuft die Aktion Mini-Coaching, 90 Minuten zum Sonderpreis von 75,—€ (Normalpreis 150,—€) Vielleicht eine schöne Idee für Töchter, Schwestern….?! Jetzt anfordern unter kewenig@finanz-verstand.de – Verschenken Sie unabhängiges Finanzwissen, Termine ab Januar 2021!

Neu: Online – Themen – Workshops ab Oktober

Nicht Jede und Jeder will gerade einen größeren Betrag aus Erbschaft, Versorgungsausgleich oder Lebensversicherung anlegen und sucht ein Gesamtcoaching, sondern es stehen eher einzelne Themen auf der Agenda. Daher stehen ab Oktober kurze
OnlineThemen – Workshops zur Verfügung!

Für 1 – bis 3 Personen

Dauer: 90 Minuten

Termine: Nach Vereinbarung, buchen Sie Ihre passende Zeit!

Themen:
Das KLASI-Prinzip – schrittweise zur eigenen Geldanlage

Investmentfonds kompakt

Nachhaltig Vermögen aufbauen: Kinder, Rente, Hauskauf

Spezial
Für Investmentclubs oder Aktieninteressierte: Aktienauswahl – Worauf kommt es an?

Ihr Thema ist nicht dabei? Sprechen Sie uns an, die Liste ist nicht abschließend.

 

Kosten: 75 € pro Person, inkl. ges. MwSt
Das Coaching findet mit Blizz statt, der Link wird nach Zahlung der Rechnung individuell zugemailt und berechtigt zur einmaligen Teilnahme. Die Kosten schließen ein kleines handout mit ein.

Anfrage und Anmeldung unter kewenig@finanz-verstand.de

Infos zur Referentin über www.finanz-verstand.de

Finanzberater – Wer, was, wieviel?

Geldanlage – für manche ist und bleibt es ein Buch mit sieben Siegeln…
Auch wenn das Ziel von Finanzverstand ist, Anleger* „schlau“ zu machen, kann das auch bedeuten, Investments gerade nicht selbst zu tätigen, sondern mit dem erworbenen Wis-sen bei einem Finanzberater die „richtigen“ Fragen zu stellen, gut vorbereitet zu sein und eigene Ziele über diesen Weg zu erreichen. Aber wer tummelt sich da so?
Wer steckt hinter dem Begriff  „Finanzberater“?
Gleich vorneweg, der Begriff an sich ist nicht geschützt. Qualifikationen über Aus- und Weiterbildungen sind zahlreich: Bankkaufmann/ -frau kennen wir alle, aber auch Finanz-wirte, Finanzanlagenvermittler, Honoraranlagenberater……und noch einige mehr finden sich. Nähern wir uns dem Thema zunächst über die Tätigkeit:
Es geht um die Beratung und den Zugang zu Geldanlageprodukten, also zum Beispiel um die Vermittlung von In-vestmentfonds (schon öfter erklärt: Investmentfonds bezeichnen sowohl aktiv gemanagte Sondervermögen, als auch die börsengehandelten, indexabbildenden ETF’s).
Ein weiterer Unterschied findet sich in der Beschäftigung, ein Finanzberater kann angestellt tätig sein, zum Beispiel bei einer Bank oder einem Finanzinstitut (jeweils mit einer Zulassung nach dem Kreditwesengesetz) oder auch bei einem großen Unternehmen mit einer anderen Zulassung. Als angestellter Berater richten sich Art und Umfang der Tätigkeit nach den Maßgaben des Arbeitgebers, es gibt praktisch keine eigene Entscheidungsmacht.
Daneben finden sich selbständige Finanzberater, also unternehmerisch tätige Personen. Das können kleinere „Einzelkämpfer“ sein, oder auch größere Unternehmen. Wer es genau wissen will schaut sich die Zulassungen an (im Impressum der Internetseite oder in der Erstinformation).
Habe ich also eine Person als „Finanzberater“ vor mir stellt sich die Frage, für wen arbeitet sie, wie ist der Status.
Bei Angestellten (Auftritt, Büro, Visitenkarte …) ist es relativ einfach.
Andere selbständige Berater unterscheiden sich auch durch ihren Status :
Handelt es sich um Ausschließlichkeitsvertreter, die nur für ein einziges Unternehmen tätig sind (wobei da heute auch die Produktpalette schon breit sein kann), um einen Mehrfachagenten, der für mehrere Unternehmen tätig ist oder sogar um einen Makler.
Der Maklerstatus besagt, dass der Berater juristisch betrachtet auf der Seite des Kunden steht, in seinem Interesse handelt und nicht im Interesse eines bestimmten Unternehmens.
Jetzt können wir uns noch die Vergütung ansehen:
Entweder Gehalt (angestellt) oder über Provision (die Vergütung erfolgt aus dem „verkauften“ Produkt heraus), eine weit verbreitete Form der Bezahlung. Ergänzt werden kann sie durch Honorarvereinbarungen.
Wenig vertreten bisher ist die Vergütung von Beratung, eventuell Vermittlung und Betreuung rein auf Honorarbasis. Hier ist die Unabhängigkeit am größten, da der Maklerstatus verbunden ist mit einer Vergütung, die sich an der Dienstleistung orientiert. Für Hono-rarberater sind Provisionen aus Produkten heraus verboten, sowohl bei der Vermittlung, als auch aus den bestehenden Beständen. Erfolgreich arbeiten unabhängige Honorarbera-ter, die transparente Geschäftsmodelle und Leistungen anbieten.
Als wäre das nicht schon verwirrend genug, was sind dann ein Roboadvisor oder ein Finanzcoach?
Roboadvisors entstanden einerseits als Folge der modernen, einfacheren digitalen Wege, aber vor allem auch als Konsequenz aus der starken Regulierung des Beratermarktes. In dem Kunden alles selbst eingeben und dann zum Beispiel ein voreingestelltes, vorgeschla-genes Depot auswählen, verfügen die Anbieter über einen zusätzlichen Vertriebsweg ohne Beratung. Keine Haftung, kaum Kosten auf der Vertriebsseite, praktisch und günstig für Anleger, die allerdings komplett selbst verantwortlich sind, auch für Fehler.
Die Einordnung des Anbieters läuft vergleichbar der oben dargestellten Zulassung und Organisation.
Finanzcoach ist ein ebenfalls nicht geschützter Begriff. Diese noch junge Bezeichnung fällt, zumindest bisher, nicht unter die Regulierung, es gilt genau hinzuschauen:
Woher kommt die Qualifikation? Was wird geleistet? Geht es bei dem „Coaching“ eigentlich um Kundengewinnung für Produkte? Womit wird Geld verdient? Handelt es sich um ein „echtes“ Coaching – oder auch Finanzbildung – bei dem die Leistung in der Schulung, Zieldefinition und Stärkung der Coachees liegt? Wie transparent sind Angebot und Preise?

Fazit: Was ist nun gut und was ist Anlegern zu empfehlen? Leider ist die Antwort: Das kommt darauf an.
Auch mit Provisionsvergütung können eine gute Beratung und ein breites Produktangebot gegeben sein. Wem unabhängige Leistung wichtig ist wählt eher Honorarberater oder lässt sich einfach erstmal nur schlau machen – dann fallen alle weiteren Entscheidungen leichter!

© Finanzverstand Renate Kewenig
*Die Verwendung der maskulinen Schreibweise in diesem Beitrag dient lediglich der einfacheren Lesbarkeit, impliziert aber alle Gender-Gruppen, ohne Absicht einer Zurücksetzung oder Bevorzugung.

Online Finanzsalon – Start zum regelmäßigen Austausch!

Ab 7. Juli treffen sich interessierte Frauen zum Online-Finanz-Austausch im Finanzsalon. Erfahrungen, Fragen und fachliche Expertise: Bequem von zu Hause!

Den kostenlosen Link gibt es unter kewenig@finanz-verstand.de

 

Coaching online und analog möglich….der Spuckschutz ist da!

Für viele hat das Thema Geld – auch beim Coaching wo es gar nicht darum geht, Produkte zu erwerben, sondern Wissen – mit Vertrauen zu tun. Dazu gehört bisher vor allem der persönliche Kontakt. Für die, die keine Online-Formate nutzen wollen, stehen Spuckschutz, Desinfektionsmittel und verschlossenes Getränk bereit.

Vereinbaren Sie einen Termin!

 

Im Interview bei den Fondsfrauen

Gedanken rund um Finanzwissen und -bildung bei den Fondsfrauen!

Fondskauf: Namen verstehen

Mit aktiv gemanagten Investmentfonds entscheiden Sie sich, nicht einzelne Wertpapiere (z.B. Aktien, verzinste Wertpapiere) selbst auszuwählen, zu analysieren und in einem Depot sinnvoll zu kombinieren, sondern delegieren an ein Fondsmanagement. Beim Erwerb von Fondsanteilen stoßen Sie auf eine Vielzahl von Begriffen oder Abkürzungen, die sich nicht gleich erschließen. In loser Folge finden Sie in diesem blog Erklärungen zu Begriffen rund um einen Fondskauf.
Was bedeuten z.B. die Abkürzungen R, P, T, A, C?
Ein Investmentfonds kann in mehreren Anteilklassen, so genannten Tranchen angeboten werden. Während die Anlagestrategie gleich ist, unterscheiden sich zum Beispiel die Gebühren, Mindestanlagesummen oder der Umgang mit Erträgen. Jede Tranche verfügt über eine eigene Kennnummer, die ISIN (alt: WKN, Wertpapierkennnummer). Für Privatanleger finden sich Kürzel wie P, R (für Retail) oder L, während I-Tranchen für institutionelle Großkunden aufgelegt werden. T oder A stehen für die Art, wie mit Erträgen umgegangen wird. T bezeichnet eine thesaurierende Tranche – Erträge bleiben im Fondsvermögen und erhöhen den Anteilspreis –wie auch vergleichbare Abkürzungen C, Cap (von „capitalization“) oder auch acc für „accumulating“.
Ein A steht für ausschüttende Fonds, deren Erträge an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, meist in Form neuer Anteile. Hierfür finden sich auch dis, dist („distribution“) im Fondsnamen oder inc für „inco-me“.
Häufig weist die Fondsbezeichnung auch auf die Währung hin, USD, GBP, oder EUR.
Langer Rede, kurzer Sinn und ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Falls Sie selbst Fonds kaufen, treffen Sie bei den jeweiligen Anbietern meist auf die Privatkunden-Tranchen und müssen sich dann „nur noch“ um die übrigen Aspekte kümmern.
Anmerkung: Der Beitrag stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Individuelle Voraussetzungen und gesetzli-che Vorgaben sind vor einem Investment zu beachten.

© Foto_Text Finanzverstand Renate Kewenig

Was sind Corona-Bonds?

Die Corona-Bonds haben uns veranlasst, ein neues Video zu produzieren: Wer mehr wissen will, bitte reinsehen über YouTube!

Corona – Stoppt die Fondsflucht!

Die Investmentbranche erlebt gerade eine Massenflucht aus Fondsprodukten – was bedeutet das für Anleger*innen?
1) Geld ist ein flüchtiges Reh … je unsicherer die Nachrichten, desto schneller flüchtet es in (scheinbar) sichere Häfen, da hört man nicht nur Gold, sondern auch das Kopfkissen. Die Angst, nicht an das Geld heran zu kommen oder Geld zu verlieren ist groß.
2) Meine lange Erfahrung zeigt, dass – fachlich betrachtet – Investmentfonds zwar tolle Produkte sind für alle möglichen Anlageziele, dass Anleger*innen sie aber (bisher) nicht verstehen. Woran liegt das? In erster Linie an fehlendem Wissen über Wirtschaft und Anlage, in zweiter Linie daran, dass Anbieter bisher wenig Interesse daran haben, aufzuklären. Hauptsache es klappt, das Produkt zu verkaufen, verstehen muss der Kunde das nicht.
Diese Haltung schadet der Anlegertreue: Wenn Anleger*innen nicht wissen, warum sie einen Fonds besitzen und wie er funktioniert, können sie auch nicht einschätzen, wie sehr er jetzt in einer Krise gefährdet ist. Und folgen nur dem Bauch.
3) Die inzwischen vorgeschriebenen Schritte zur Beratung von Kunden finden pro forma statt, aber bleiben in der Praxis oft inhaltsleer. Ergänzende „Schulungen“ über die wesentlichen Aspekte der Geldanlage fehlen, Berater und Unternehmen setzen vor allem auf Vertrieb und Marketing. Sicher nicht jeder ist als Referent*in geboren und der Erfolg von Workshops oder Seminaren erscheint erst auf den zweiten Blick.
4) Das riesige Angebot von Fonds in Deutschland könnte schrumpfen, durch die Anlegerflucht sinken die Einnahmen der Anbieter, was zu einer Konsolidierung von Produkten, Personal und Unternehmen führen dürfte. A la longue könnte das für Verbraucher*innen aber auch ein Vorteil sein, wenn mehr Klasse als Masse übrig bliebe.
5) Die Erfahrung aus den bisherigen Crashs meines Berufslebens haben gezeigt, es geht (irgendwann) wieder aufwärts. Das macht gelassener. Aktuell finden sich viele Anleger*innen, die dem Trend nach „do it yourself“ folgten, häufig ohne strategischen Ansatz in Anlageprodukte investierten und dem (scheinbar) leicht verdienten Geld verfielen. 10 Jahre aufwärts bleiben nicht ohne Folgen, viele fragen sich: „Alle verdienen Geld, die an der Börse aktiv sind, warum nicht ich?“ und machen einfach mit.
Man kennt das Warnsignal der „Milchmädchen“ (die es heute nicht mehr gibt: wenn sie anfangen zu investieren, wird es Zeit vorsichtig zu sein. Oder „die zittrigen Hände“ – frei nach André Kostolany*, einem der erfahrensten und erfolgreichsten Börsenspekulanten -, die als erste die Nerven verlieren
Jetzt erleben – für meinen Geschmack zu viele – Anleger*innen, dass Kurse eben auch mal rasant die Richtung wechseln und was verlieren bedeutet.
6) Unreflektierte Werbung für ETF-Investment & Co. statt strategischer, mit Wissen unterlegter Geldanlage, könnte wieder einmal der privaten Vermögensbildung geschadet haben. Wenn – wie schon nach der Telekom Aktie – Normalsparer erleben, wie ihr sauer verdientes oder gerade ererbtes Geld vernichtet wird, weil grundsätzliche Regeln der Geldanlage eben beim Produktverkauf oft keine Rolle spielen, dauert es wieder Jahre, bis neues Vertrauen aufgebaut ist. Das wäre schade und verheerend für die private Altersvorsorge.
7) Daher: Stoppt die Fondsflucht! Schauen Sie, ob ihre Anlagen zu Ihrer persönlichen Situation passen oder nicht. Folgen Sie keinen kurzfristigen, kopflosen Tipps oder Angeboten, zum Beispiel zum Verkauf von Anlagen. Wenn die Strategie stimmt, bleiben Sie investiert! Oder Beispiel Lebensversicherungen: Ohne eine Freundin dieser Anlageform zu sein, ein Verkauf von vielleicht noch gut verzinslichen alten Verträgen – die außerdem den Todesfall absichern – dürfte meist keine gute Idee sein. Außer für den Käufer. Wenn die Prämie aktuell den Geldbeutel belastet, stellen Sie den Vertrag beitragsfrei und nehmen die Zahlung wieder auf, wenn es jobmäßig besser geht.
Bei Anlagen kommt es erst in zweiter Linie auf die einzelnen Produkte an, viel wichtiger sind die individuellen Ziele und Voraussetzungen. Wenn weniger Geld zur Verfügung steht, stoppen Sie Sparraten, behalten Sie aber den Bestand. Wenn es geht, kaufen Sie eher nach und verbilligen Sie Ihre bisherigen Einkaufskurse. Prüfen Sie, ob der Mix zwischen den verschiedenen Fonds stimmt oder passen Sie an. Ein Verkauf und späterer Einstieg – das so genannte timing – gelingt praktisch nie, außer zufällig. Im schlimmsten Fall bleiben Sie zu lange gar nicht investiert. Behalten Sie langfristige Ziele im Auge!

© Text und Foto, eigene Recherche, Renate Kewenig, Finanzbilderin, Finanzverstand® / * verstorben 1999 mit 93 Jahren