Inflation, steigende Zinsen: Bloß nicht in Anleihen investieren!?

„Wie kommt es, dass Sie über Anleihen sprechen und Rentenfonds oder Mischfonds für eine Depotstruktur anraten, mein privates Umfeld sagt: In diesen Zeiten bloß nicht in Anleihen investieren!“ Mit dieser interessanten Reaktion war ich vor ein paar Tagen konfrontiert. Meine Antwort: Das kommt darauf an!

Eigentlich ist in meiner Wahrnehmung öffentlich immer von Aktien, manchmal Kryptos, ständig ETF’s, aber nie von Anleihen die Rede. Erstmal: was ist das? Bei Anleihen, auch Bond, verzinsliches Wertpapier oder Schuldverschreibung genannt, handelt es sich um Wertpapiere, die eine Schuld verbriefen. Es weist die Ausstattung wie Wert, Zins, Laufzeit und Schuldner aus. Gab es früher, wie bei aktien, noch so genannte effektive Stücke – also schön gestaltete Papiere – finden der Handel und die Verwahrung heute eigentlich nur noch digital statt.

Mit dem Kauf einer Anleihe (über ein Bankdepot) leihen Anleger einem Staat oder einem Unternehmen zum Beispiel
10.000 Euro, Laufzeit des Papiers 5 Jahre, Zinsausstattung 3% pro Jahr (p.a.).
Das Papier ist börsengehandelt, am Ende der Laufzeit gibt es den Nominalwert zu 100% zurück, also die 10.000 Euro. Verkaufen Anleger aber zwischendurch, erhalten sie als Erlös den erzielten Börsenkurs. Der kann je nach allgemeinem Zinsniveau höher oder tiefer als 100 liegen.

Wenn Zinsen steigen, bevorzugen Anleihekäufer die neuen Papiere, alte passen über die Börse den Kurs an, um marktgängig zu sein. Der Effekt wird durch lange Restlaufzeiten noch verstärkt. Das bedeutet, dass in Zeiten wie jetzt der Kurs von „alten“ Anleihen sinkt.

Dieser Effekt hat umgekehrt in der Vergangenheit sinkender Zinsen dazu geführt, dass alte, besser verzinste Papiere extreme Kursanstiege verzeichneten. Damit konnten Anleger in den letzten Jahren sogar mit Anleihen richtig Geld verdienen. Da eine Anleihe am Ende immer zu 100 zurückgezahlt wird, ist hier mit stark sinkenden Kursen zu rechnen, je näher die Fälligkeit rückt. Also, zugegeben, sinkende Kurse möchte man nicht im Portfolio.

Aber: Greifen Anleger auf breit streuende Fonds mit Anleihen zurück, um für mittlere oder kürzere Zeitfenster ein schwankungsarmes Investment im Depot zu haben, greifen folgende Aspekte:

  • Fonds investieren auch zügig in neue, besser verzinste Papiere. Damit kann der Effekt zeitlich begrenzt werden.
  • Über unterschiedliche Laufzeiten gleichen sich Schwankungen aus
  • Papiere, die nur noch kurze Zeit haben bis zur Fälligkeit, so genannte Restläufer, reagieren kaum noch auf die Zinsentwicklung
  • Fonds nutzen zur Streuung auch unterschiedliche Anleihen, zum Beispiel von Unternehmen und Staaten, anderen Währungen oder auch Schuldnern.

Kurz: Anleiheauswahl und -mischung ist echt speziell und aus meiner Sicht noch schwieriger, als Aktienauswahl. Für Privatanleger kaum zu leisten, darum bieten sich Investmentfonds an.

Da Geldanlage nur mit Tagesgeld (im besten Fall, oft auch nur Sparbuch oder Girokonto) und Aktie (bzw. Aktienfonds) nicht wirklich funktioniert, kommt es darauf an, wie man zwischen kurzfristiger Anlage und langem Horizont eine Lösung auswählt.

Schaut man sich aktuell Fonds mit Anleihen an, finden sich positive Renditen vor allem bei US Anleihen, ob Kurzläufer, Unternehmensanleihen oder internationale Währungen (die dann in der Fondswährung Dollar gerechnet werden). Allerdings spielt da zum Zinsniveau auch noch der Währungskurs eine Rolle. Auch inflationsgeschützte Produkte oder Mischfonds, die breit anlegen dürfen (bis hin zu vermögensverwaltenden Varianten), können das mittlere Zeitfenster abbilden. Wer auf Nachhaltigkeit achtet nutzt noch ein weiteres Kriterium.

Finanzwissen heißt, Vor- und Nachteile, Möglichkeiten und Lösungen zu kennen – und dann zu entscheiden. Übrigens: „Eierlegende Wollmilchsäue“ gibt es nicht!

Korrektur: Testerinnen gesucht! Altersvorsorge-Wissen vom Profi per Video-Kurs

Altersvorsorge ist ein Riesenthema, ob mit 25 oder 50, nach dem Erwerbsleben soll ein Vermögen den Ruhestand versüssen. Aber wie? Womit? Wie schätze ich eine Rentenlücke ein? Viele Fragen, in dem neuen Video-Basis-Kurs gibt es einen Leitfaden vom Profi.

Bevor wir an das breite Publikum gehen, suchen wir ein paar ausgewählte Teilnehmer:innen, die den Kurs vorab einmal durcharbeiten. Willst du dabei sein? 😀

 

Das bekommst du von uns:

* einen kompakten Kurs zur Altersvorsorge zum vergünstigten Preis von nur 99 Euro (anstatt später 189 Euro)

* 1 Jahr Zugang zu den Kursinhalten inklusive aller Updates

* Direkte Antworten von Renate Kewenig bei eventuellen Rückfragen

 

Das würden wir von dir erwarten:

* Du arbeitest den Kurs bis spätestens 28.08.2022 einmal ganz durch.

* Du gibst uns danach dein Feedback zum Kurs z.B. was fehlt noch, was sollte besser sein etc. (schriftlich, telefonisch oder via Video-Call, wie es dir lieber wäre)

* Du schreibst eine Rezension zum Kurs mit Foto und Namensangabe (hier reicht der Vorname, evtl. noch mit dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens und ein kleines Foto), das wir auf der Website www.finanztheke.de, auf der Kursseite sowie in den sozialen Medien verwenden dürften

 

Willst du mit uns gemeinsam das Thema Altersvorsorge angehen? Dann freuen wir uns, wenn wir dich exklusiv als eine der ersten Kursteilnehmerinnen begrüßen dürfen!

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Wenn du von dort auf einen der Button klickst, gelangst du zur Bezahlseite. Weiter unten kannst du dann den Gutschein-Code AV-KURS-99! eingeben und der Preis reduziert sich automatisch auf 99 Euro.

Der Gutschein ist zeitlich begrenzt, first come, first serve!

Danke für Eure Anmeldung!

 

Fonds im Fokus: TerrAssisi Aktien AMI – Nachhaltigkeit mit ethischem Ansatz

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, endlich. Was alle nun integrieren – und auch in der Beratung integrieren müssen – ist für einige Anbieter schon lange selbstverständlich. Dazu gehört der Aktienfonds von TerrAssisi, der zusätzlich zu den ESG-Kriterien einen ethischen Filter anwendet, basierend auf den Grundsätzen des Franziskanerordens. Schon seit 2000 am Markt, häufig und vielfach ausgezeichnet, finden Anlegerinnen und Anleger hier ein ausgereiftes Konzept.

Harald Brockmann, Direktor für ethisch-nachhaltige Geldanlage beantwortet Fragen zum TerrAssisi Aktien AMI und zum Investmentansatz,  die Fragen stellte Renate Kewenig, Finanzbilderin:

TerrAssisi kenne ich schon lange aus meiner alten Beratungstätigkeit. Vor vielen Jahren auf der Anlegermesse lagen unsere Messestände einander gegenüber…. Halten Sie den Trend zu Ethik und Nachhaltigkeit für einen dauerhaften Wandel?

Zunächst muss man festhalten, dass ja jeder „Nachhaltigkeit“ für sich persönlich anders definiert und daher bei der Umsetzung eigener Vorstellungen eine Vielzahl von Angeboten vorfindet.

Von einem Trend zu sprechen ist u. E. schon überholt. Bei vielen Institutionellen Anlegern wie z. B. Stiftungen gehört die nachhaltige Anlage bzw. das nachhaltige Asset wie selbstverständlich in das Portfolio. Durch die staatlichen Regulierungen auch auf EU Ebene, wie auch die Verpflichtung von Beraterinnen und Beratern ab August 2022 die nachhaltigen Präferenzen abzufragen im Kundengespräch, sowie die verstärkte Medien Präsenz und Aufmerksamkeit, wird das Thema nochmals an Dynamik gewinnen. Wir brauchen einen langen Atem und sind bereit dafür.

Was unterscheidet Ihren Investmentansatz von anderen? Unter den TopTen des TerrAssisi I AMI finden sich Big Player wie Apple, Visa oder Linde, wie in anderen Fonds auch.

Wir sprechen bei unserem weltweit anlegenden terrAssisi Aktienfonds über einen Fonds der immer zu 100 % investiert ist, ohne jegliche Absicherung. Schon seit über 13 Jahren verfolgen wir den gleichen mehrstufigen Investmentansatz, der sich nicht verändert hat: Es gelangen nur Unternehmen mit einem Prime Status, d. h. besonders positive Bewertung in den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung in unser Portfolio, daneben haben wir viele Unternehmen ausgeschlossen, die in kontroversen Geschäftsfeldern und kontroversen Geschäftspraktiken involviert sind. Beispielhaft sind hier genannt: Atomenergie, Rüstung, Fossile Brennstoffe, aber auch Korruption und Kinderarbeit. Verändert hat sich im Laufe der Zeit nur die Fülle der Unternehmensanalysen, sowie der Kriterienkatalog. Nicht geändert hat sich auch die lange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Analysehaus ISS ESG und Ampega.

Bei der Recherche über die Franziskaner fand ich in Wikipedia tatsächlich Klara von Assisi, die als Mitbegründerin des Ordens bezeichnet wird. Wie nehmen Sie heute das Frauenthema in der Geldanlage wahr?

Auf der einen Seite haben wir das Beratungsfeld: Auch hier ist der Beratungsbedarf wie auch bei Männern, gerade bei nachhaltigen Assets noch sehr groß. Bei Präsenzveranstaltungen wie z. B. Messen sprechen uns Frauen an, die sich im Vorfeld zu diesem Thema schon informiert haben und dann mit konkreten Fragen zu uns kommen. Wir stellen fest, dass sich Frauen verstärkt um Ihre Geldangelegenheiten selbst kümmern möchten und für die Nachhaltigkeit insgesamt sehr affin sind. Auf der Seite unserer Hilfsprojekte sind die „Frauenprojekte“ klar im Fokus.
Hier sprechen wir z. B. über von uns unterstützte Frauenhäusern in Kenia, wo wir Frauen helfen, die wegen Zwangsverheiratung oder Genitalverstümmelung Schutz suchen, Beistand für Frauen in Argentinien und Mexico, die einen Weg aus der Prostitution suchen oder medizinische Versorgung von alleinstehenden Frauen in Indien, welche HIV infiziert sind, u.v.m.

Im Factsheet wird darauf hingewiesen, dass ein Teil der Managementvergütung an den Franziskanerorden und seine Projekte geht. Sehen Sie darin im Markt der konkurrierenden Anbieter von Fonds einen Vor- oder Nachteil? Nach dem Motto, tue Gutes und sprich darüber.

Bei der Auswahl der KVAG zu unserer Initiative, haben wir eine Initiator Fee oder Managementvergütung vereinbart. Dieser Anteil aus der Verwaltungsvergütung der terrAssisi Fondsfamilie dient zur Unterstützung der Arbeit unseres Internationalen Hilfswerkes Franziskaner Helfen, mit Sitz in Bonn. Von dort aus unterstützen wir seit mehr als 50 Jahren weltweit Hilfsprojekte und Nothilfemaßnahmen von Franziskanerinnen und Franziskanern vor Ort.

Der Boom der ETF’s setzt die aktiven Managementansätze seit Jahren unter Druck, genau wie die Berater, die sich der Kostenfrage stellen müssen. Wo sehen Sie ihre Mitbewerber?

Wir fühlen uns mit unseren Fondslösungen sehr wohl und konnten uns in den letzten Jahren auf dem Markt behaupten. Mit unserem aktiven Managementansatz bieten wir unterschiedliche Anlageklassen und verschieden marktkonforme Vergütungsmodelle. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir bei Verfehlungen einzelner Unternehmen im Portfolio sehr schnell reagieren konnten und mit der augenblicklichen Kostenstruktur mehr als konkurrenzfähig sind.

Vielen Dank für das Gespräch!

50 plus – Wie Frauen jetzt noch vorsorgen!

„Jetzt kann ich ja doch nichts mehr tun für die Rente…“ diesen frustrierten Satz habe ich oft gehört in meinem alten Beraterinnen-Leben. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Die gute Nachricht ist – Sie können immer etwas tun!

In jeder Lebensphase zahlt es sich aus, genau hin zu schauen. Während sehr frühe Planung noch viele Unsicherheiten enthält, liegen jenseits der 50 viele Fakten vor. Es gibt schon ein Berufs-und Familienleben, das in der Rentenauskunft verankert ist. Prüfen Sie die gespeicherten Beitragsdaten und ergänzen Sie fehlende Zeiten. Je näher das Rentenalter rückt, umso genauer treffen die prognostizierten Zahlen zu.

Damit verfügen Sie bereits über eine wichtige Eckinformation: Die voraussichtliche staatliche Rente.

Ein Zeitraum von  10 bis 15 Jahren bietet noch genug Zeit, Vermögen zu bilden, während Sie noch arbeiten. Wenn Sie bestehende Anlagen optimieren, tragen diese noch besser zum Finanzpolster bei. Am Anfang steht etwas Arbeit, aber: Mit einer Kanne Tee ein  toller Zeitvertreib für regnerische Wochenenden!

Die Bestandsaufnahme

– Was ist schon da? Bestehen Lebensversicherungen und wann sind sie fällig? Was macht die Immobilienfinanzierung – falls eine besteht? Wird das Darlehen getilgt sein oder besteht ein Rest, der geschickt umgeschuldet werden kann? Gibt es angespartes Vermögen in Investmentfonds? „Schmoren“ größere Beträge auf dem Tagesgeld oder sogar Girokonto? Nutzen Sie geförderte Sparformen wie Riester oder Rürup? Wie ist der heutige Lebensstandard? Bleibt Geld übrig und wie viel? Sind künftige mögliche Risiken, zum Beispiel eine mögliche Pflege, genügend abgesichert?

Die Bestandsaufnahme kostet Zeit, die sich auszahlt. Liegt alles auf dem Tisch, kommt der nächste Schritt:

Die Prognose

Für die Prognose und um die mögliche Versorgungslücke festzustellen, vergleichen Sie heutigen und künftigen Bedarf und ermitteln die zu erwartenden Einnahmen. Beratungstools für die Altersvorsorge werfen oft theoretische Zahlen aus, wieviel ab sofort unbedingt gespart werden soll.
Die Konsequenz: Erschrocken darüber, dass nun 500 Euro monatlich an die Seite gelegt werden müssen, passiert gar nichts. Da hilft eine möglichst realistische Prognose über Ausgaben und Einnahmen – eine persönliche Minibilanz:

Was benötige ich heute monatlich für Lebenshaltung & Co.?

Welchen Betrag brauche ich in 15 Jahren, bei einer angenommenen Inflation von 2% und gleichem Lebensstandard? Inflations- oder Kaufkraftrechner im Netz helfen, den Betrag zu ermitteln.

Auf der Einnahmeseite nutzen Sie alle verfügbaren Quellen: die gesetzliche Rente, betriebliche Rentenmodelle oder eine private Rentenversicherung. Eine fällige Kapitallebensversicherung oder andere Geldanlagen, aus denen Sie bei Bedarf zusätzliche Beträge entnehmen, bieten die Basis für ein monatliches „Zubrot“.

Einsparungen im Rentenalter verschaffen weiteren Spielraum: Im bezahlten Haus sparen Sie jeden Monat Kosten. Manche Beiträge fallen ab 60 Jahren monatlich weg, zum Beispiel für eine bereits fällige Lebensversicherung. Monatliche Sparraten gehören auf den Prüfstand, genauso wie Raten für Auto oder andere Kredite. Lange Ausbildungen für die Kinder kosten reichlich – aber für die meisten, die heute um die 50 sind, dürfte diese Unterhaltsaufgabe dann weitgehend erledigt sein.

Ist dieser Schritt erledigt, kommt die Stunde der Wahrheit: Gibt es eine Lücke zwischen dem künftigen Bedarf und den Einnahmen?

Die Planung

Die heute 50-Jährigen glaubten lange Zeit der Aussage „Die Rente ist sicher.“ Heute wissen wir, dass das so nicht stimmt. Genau diese Generation – und besonders die Frauen – sind „gekniffen“ und müssen besonders genau hinschauen. Der Vergleich zwischen heute und der Prognose zeigt die Versorgungslücke: Wie groß ist sie?

Ein Beispiel: Für Waren und Dienstleistungen, die heute 1000 Euro kosten benötigen Sie in 15 Jahren bei 2% Inflation bereits fast 1350 Euro. Das entspricht fast 35% Plus.

Um später monatlich 350 Euro allein für diese Differenz aufbringen zu können, wenn kein Arbeitseinkommen mehr besteht, wäre ein Betrag von 70.000 Euro erforderlich. Aus diesem Volumen könnte ein „Zubrot“ über 25 Jahre entnommen werden, eine jährliche Rendite von 3,5% vorausgesetzt. Mit knapp 300 Euro im Monat Sparrate – ab sofort -, bei einer jährlichen Rendite von 3,5%, erreichen Sie das Ziel.

Die heutige Sparrate bestreiten Sie aus Einkommen oder verändern Ihre Ausgaben: Gibt es Sparpotential bei Tarifen oder Kosten und Gebühren, um „freies Geld“ in die Vorsorge zu stecken? Bieten staatliche Fördermöglichkeiten einen Vorteil, der noch nicht genutzt ist?

Die Umsetzung

Mit der neu gewonnenen Klarheit geht es an die Umsetzung. Während früher die Ansicht galt, im Alter brauche man nicht mehr so viel, sieht das heute anders aus. Einerseits verfügen die reiferen Jahrgänge über eine gute Fitness und wollen nach einem langen Arbeitsleben reisen, Hobbies nachgehen, Kultur erleben. Außerdem steigt die Lebenserwartung, oft verbunden mit gesundheitlichen Risiken, die Geld kosten. Meine langjährige Erfahrung ist, der Bedarf im Alter liegt nicht wirklich niedriger. Das heißt für deutsche Sparer: Umlernen und Investieren. Flexibilität spielt eine weitere große Rolle, denn das Leben bleibt auch im Alter überraschend.

Die Zinslage zwingt zu Alternativen: Auf jeden Fall gehört Rendite ins Blickfeld, um die Inflation – gerade jetzt – auszugleichen und ein Plus zu erzielen. Regelmäßiges Sparen in ein Depot mit Aktien-, Misch und Rentenfonds legt die Grundlage für später. Wichtig: Mit Beginn der Rente benötigen Sie vielleicht nur 350 Euro monatlich zusätzlich. Das restliche Depot darf weiterhin Erträge erwirtschaften. Und da wir alle statistisch relativ alt werden, reicht die Zeit auch für den Aktienanteil. Die Zusammensetzung der Anlagen, ob aktive Fonds oder ETF’s, ob mit Gold oder ohne, nachhaltig oder konventionell, mit oder ohne Beratung, kommt auf Sie an. Für jeden Anlegertyp gibt es eine passende Lösung und angemessene Kosten helfen, das Ziel zu erreichen.

Unabhängige Information, Seminar oder Coaching helfen, den eigenen Durchblick zu schärfen und passende Entscheidungen zu treffen.

 

Für Sie gelesen:

Gedanken zu Finanzblogs & Co. bei den Fondsfrauen

Negativzinsen – Was tun, wenn die Bank nervt?

  Sicherheit ist wichtig, besonders deutsche Kunden stehen darauf.  Wie oft liegt vermeintlich bald gebrauchtes Geld noch nach Jahren „herum“. Geparktes Geld auf der hohen Kante – gerade Kunden, die mehr als 100.000 Euro auf der Bank haben, sehen sich zunehmendem Druck durch das Institut gegenüber. Entweder schlagen sie vor, Beträge die Rücklage als Bargeld zu verwahren – natürlich auch gegen Verwahrentgelt – oder kündigen sogar Vermögenden, wenn diese einer Gebührenregelung nicht zustimmen. So jüngst die Postbank.

Viele pflegen schon Jahrzehnte eine beständige Bankbeziehung und haben darum umso weniger Verständnis für ein derartiges Gebaren.

Eigentlich dienen die Bankeinlagen dazu, als Kredite wieder in den Markt zu gelangen. Über den Zins erzielen die Banken Einnahmen. Dieser Mechanismus funktioniert schon lange nicht mehr: Banken lagerten überproportional Gelder bei der Zentralbank, was zur Einführung des so genannten Strafzinses führte. Dieser wird zunehmend an die Kunden und Kundinnen weitergegeben.

Da dieser Mechanismus alle Institute betrifft, fällt Ausweichen schwer.

Lösungen:

– Beträge aufteilen auf mehrere Institute, um dort unter der „Schallgrenze“ zu bleiben und Zusatzkosten zu vermeiden. Etwas aufwendig, wenn dafür Konten bei neuen Instituten eröffnet werden müssen.

– Bei der Auswahl der Institute auf die Einlagensicherung achten!

– Nur den wirklich kurzfristig (bis maximal drei Jahre) notwendigen Teil auf Konten parken. Darüber hinaus gehendes Kapital nach Risiken und Zeitfenstern gestaffelt investieren z.B. in ein Fondsdepot.

Hierfür passende Beratung nutzen oder selbst schlau machen, zum Beispiel durch ein Coaching, dass hilfreiches Wissen vermittelt, um weitere Schritte zu veranlassen. Nutzen Sie auch Angebote im Rahmen von Bildungsurlaub!

©Text/ Foto/ Grafik Renate Kewenig, Finanzverstand 2022

Bildungsurlaub: Ohne Moos nix los!

Bezahlter Urlaub um schlau zu werden: der Bildungsurlaub. Von Mittwoch bis Freitag befasst sich das Seminar mit Geldanlage, Altersvorsorge & Co. Wenn Sie im Raum Bonn leben und/ oder arbeiten, nutzen Sie das Angebot und melden Sie sich an!

Details und Anmeldung finden Sie hier!

Verkaufen oder abwarten?

Die Nachrichten seit einer Woche überschlagen sich und auch bei uns, die wir eigentlich weit weg sind vom Ukraine-Konflikt, mehren sich Angst und Unsicherheit. Wird die Krise sich ausweiten? Behält Putin die Nerven? Wie wirken sich die Sanktionen auf Europa aus? Wird die Wirtschaft massiv unter Druck geraten? Was machen die Inflation und die Versorgungslage?

Fragen über Fragen – und die Unsicherheit spiegelt sich an den Märkten wider. Die Glaskugel, wohin das alles führt, hat niemand.

Auch wenn der Konflikt begrenzt bleibt, werden Kurse nachgeben und die Nerven von Anlegern strapazieren. Das, was vor Ort schreckliche Realität ist, Börsen geschlossen, Bargeld knapp, betrifft uns in Zentraleuropa nicht, zeigt aber, wie fragil unsere scheinbare Sicherheit ist. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, ruhig Blut aber schwierig. Gehen wir davon aus, dass kein 3. Weltkrieg entsteht, ist es sicher richtig, eine langfristige Strategie – zum Beispiel für die Altersvorsorge – beizubehalten. Je kurzfristiger eine Anlage an den Finanzmärkten angelegt ist, kann es sinnvoll sein, Investments erstmal ins Trockene zu bringen. Ein Strafzins dürfte das kleinere Übel sein.

Die Parkposition sollte nicht gerade dort lagern, wo scheinbar ein noch attraktiver Zins winkt: die Sberbank – immer wieder als Anlage in Hitlisten empfohlen – zeigt gerade wieder, ein höherer Zins impliziert auch immer ein höheres Risiko. Anleger bei der Russland-Bank sehen das gerade wieder.

Investments im Fondsbereich stellen Sondervermögen dar, die zwar schwanken, je nachdem, was sie enthalten, grundsätzlich aber unabhängig sind von der lagernden Bank oder der Kapitalverwaltungsgesellschaft. Die Möglichkeit, vorübergehend nicht verfügen zu können, besteht allerdings.

Zzum Beispiel Aktienfonds, auch ETF`s, können in den nächsten Wochen und Monaten Kurs-Stress verursachen, bleiben aber im Kern unangetastet. Misch- und Rentenfonds sollten in puncto Schwankung besser davon kommen.

Also abwarten oder verkaufen? Richtig festlegen wird sich wohl niemand, massive Abflüsse bei Banken und Beratungsunternehmen dürften diesen auch nicht gefallen.

Optimale Verkaufs- und Wiedereinstiegzeitpunkte trifft man nie, also mein Tipp: Prüfen Sie Ihre Cash-Position, halten Sie etwas Bargeld vor und fragen Sie sich, wieviel Kursstress Sie aushalten. Eventuell vorübergehend den Sicherheitsanteil erhöhen und die Entwicklung beobachten.

Hoffen wir, dass die Vernunft und/oder der politische Verstand irgendwann siegen.

 

Alles easy? Was bringen Finanzbloggerinnen, Beratung und Co. ?

Und noch ein Beitrag, diesmal für die Fondsfrauen zum Thema Finanzbloggerinnen/ Finanzberatung.

Interview zu Altersvorsorge – FürSie Online

Viel Spaß beim Lesen, zum Beitrag

Inflation und Geldanlage – cool bleiben!

Lange Jahre fast kein Thema: Inflation! Die bisherige Zielzahl in der EU lag bei 2% Preissteigerungsrate, künftig akzeptiert die Europäische Zentralbank als die Hüterin der Stabilität auch etwas mehr.

Das aktuelle Niveau von über 4% in Deutschland und die höhere Inflation in anderen Staaten veranlassen manche zur Folgerung, die Zeit niedriger Preissteigerungen sei vorbei und sie beschwören Angstszenarien.

Wir erinnern uns, dass im vergangenen Jahr 2020 coronabedingt die Mehrwertsteuer ab Juli sechs Monate gesenkt war von 19 auf 16% (bzw. von 7 auf 5%) und verschiedene Preise marktbedingt einbrachen. Die Folge: Eine negative Inflation.

Inzwischen gelten wieder die alten Steuersätze und durch verschiedene Effekte wie Lieferengpässe zum Beispiel bei Halbleitern und Co oder höhere Energiepreise steht einer großen Nachfrage eine zu geringe Angebotsmenge gegenüber. Der marktwirtschaftliche Effekt: Höhere Preise.

Experten gehen im Wesentlichen davon aus, dass wir hier eine temporäre Folge sehen, genauer wissen wir erst in einigen Monaten, ob auch grundsätzliche Einflüsse die Inflation dauerhaft treiben.
Also, nichts Genaues weiß man nicht.

Was heißt das aber für bestehende oder neue Geldanlageentscheidungen?

Tendenziell gehen mit steigenden Preisen höhere Zinsen einher. Dadurch können Aktienkurse belastet werden, da Anleger auch ohne Aktienrisiken eine Rendite erhalten. Zumindest vorübergehend leiden auch ältere, börsengehandelte verzinste Wertpapiere: Da sie einen schlechteren Zins aufweisen, als neue Papiere, passt sich der Kurs – also der aktuelle Börsenpreis – nach unten an, sie verlieren an Wert. Diese beschriebenen Effekte, gern noch gepaart mit psychologischen Einflüssen wie Inflationsangst generell, können Unruhe ins Depot bringen.

Grundsätzlich gelten Sachwerte, zum Beispiel Immobilien, Aktien oder auch in gewisser Weise Gold, als Inflationsschutz. Allen ist gemeinsam, dass sie – unabhängig von Tageskursen – durch ihre Funktion einen intrinsischen (inneren) Wert besitzen. In der Immobilie kann ich wohnen, hinter Aktien stehen klassischerweise Unternehmen mit ihren Vermögenswerten und Gold besitzt seit Menschengedenken in allen Kulturen einen unbestrittenen Wert.

Während zum Beispiel eine Zinszusage eben „nur“ ein Versprechen ist, weisen Sachwerte unabhängig von ihrem jeweiligen Handelswert einen Wert auf.
Die Frage ist: Welchen? Wer heute massiv auf Gold setzt, weil er glaubt, die Welt stünde am Abgrund, kann vielleicht für einen 100g Barren in der Not gerade mal ein Hühnchen oder ein Brot kaufen. Das kann natürlich rettend sein, steht aber mit heutigen Goldkursen in keinem Verhältnis.

Immobilien kosten seit Jahren horrende Preise, die aber in Notzeiten keiner bezahlen wird, einfach weil das Geld vielleicht gar nicht da ist. Aber Wohnen kann ich trotzdem.

Und Aktien? Nun, Siemens gibt es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, hat reichlich Krisen, Kriege und Katastrophen erlebt, Wandel vollzogen, Kursschwankungen durchgemacht, ist aber immer noch da.

Die Ausführungen zeigen, es gibt keine „eierlegende Wollmilchsau“ – jedes Anlagevehikel besitzt Chancen und Risiken, diese gilt es zu kennen und bei Anlageentscheidungen zu berücksichtigen.

Tipp: Sollten Sie in diesen Zeiten größere Beträge anlegen wollen, informieren Sie sich bei Banken, Beratern oder machen Sie einen Finanzworkshop. Nehmen Sie sich Zeit, und lassen Sie sich nicht durch Horrorszenarien Bange machen.

Eine gute Mischung, angepasst an Ihre persönliche Situation, gern auch ein paar Goldmünzen oder kleine Barren, Klarheit über Ihre Ziele und den Zeithorizont – und Sie können bei den politischen Tagesereignissen cool bleiben!

 

©Text/ Foto/ Grafik Renate Kewenig, Finanzverstand 2021

Zur Debatte um ETF’s und aktive Fonds

Eine Schwarz-Weiss-Brille hat noch nie weiter geführt…so sieht es auch bei der ETF-aktive Fonds-Debatte aus: Historisch gab es für Normalanleger nur aktive Fonds, ETF-Produkte kommen aus der Welt der institutionellen Anleger, Pensionsfonds, Versicherungen…wo Kostenaspekte schon immer eine erhebliche Rolle spielten. Das tut es nun auch verstärkt im privaten Bereich. Während aktive Fonds einen großen Kostenblock haben, z.B. Fondsmanagement, Research, Infrastruktur (zum Teil weltweit) und regulatorische Kosten, reduzieren ETF’s die Ausgaben auf das Minimum und halten sich ane einen Index.

Die Frage ist: Gibt es für die Kosten bei den Anlegern einen Mehrwert? Das kommt drauf an!

Erstens: Womit vergleiche ich den Fonds? Mit einem Index? Ist es ein „offizieller“ oder ein „gebauter“? Oder vergleiche ich es mit der Peergroup, also ähnlichen Produkten? Etwas Quellenforschung erlaubt auch Privatpersonen herauszufinden, wie ein Fonds einzuschätzen ist.

Zweitens: Was bedeutet Qualität des Fonds? Aus meiner Erfahrung, ja, es gibt gute Produkte, die es auch über verschiedene Zeiträume schaffen, bessere Ergebnisse als ein Index oder auch andere Fonds zu erzielen. Während ein ETF an „seinen“ Index gekoppelt ist und naturgemäß diesen nicht übertreffen kann (eher liegt er leicht unterhalb des Ergebnissens, durch die immerhin vorhandene Kostenquote), kann ein aktiver Fonds andere Entscheidungen treffen, Risiko managen und Strategien anpassen.

Das kann zu höheren Renditen, oder aber auch zu einer ähnlichen Rendite, aber mit weniger Risiko (Schwankung) führen. Ein breites Feld.

Drittens: Sind aktive Fonds wirklich teurer?
Sicher entstehen insgesamt mehr Kosten, aber die ausgewiesenen Ergebnisse sind immer schon bereinigt um die internen Kosten des Fonds. Zusätzlich entsteht eventuell der Ausgabeaufschlag bei Kauf (Kosten selten bei Verkauf), je nach dem, ob ich einen freien Berater, ein Bankinstitut oder eine Online-Plattform ohne Beratung nutze. Ich stelle immer wieder fest, dass Fondsanleger glauben, die Kosten des Fonds (Verwaltungsgebühr, eine TER oder was an Angaben ihnen sonst begegnet) würden noch vom Ergebnis abgezogen. Ein Irrtum!
Vergleicht man Fondslisten und findet ein Fondsergebnis von x%, dann kommt dies auch beim Anleger an, die Wertentwicklung ist bereinigt um Fondskosten (s.a. BVI-Methode).
Klar, die persönliche Steuer spielt eine Rolle, aber das gilt für alle Anlageprodukte gleichermaßen.
Also kann es nur darum gehen: Was will ich? Benötige ich Beratung? Die muss dann auch bezahlt werden, ob über Provisionen aus dem Fonds (Fondskosten!) oder separat über Honorare.
Oder treffe ich die Entscheidungen selbst, ohne Netz, doppelten Boden und Haftung? Dann kann ich eher auf nackte Produkte setzen, erst Recht, wenn viel Zeit bleibt.
Lege ich kleine Beträge als Sparrate an oder geht es um größere Summen? Wieviel Zeit habe ich? Will ich mich selber kümmern? Kann ich mit Schwankungen umgehen? Und so weiter.

Fakt ist, die Branche verdient auch mit ETF’s gutes Geld und ob es für Anleger passt, hängt von der eigenen Strategie ab.

Die passende Torte für Ihr Vermögen!

  Schwarzwälder Kirsch-, Nuss-Sahne- oder Marzipantorte, so unterschiedlich die Geschmäcker bei Kuchen sind, so unterschiedlich gestalten sich auch die Strukturen für Wertpapierdepots, gern als „Tortengrafik“ dargestellt.

Wer für dieses Jahr den Vorsatz gefasst hat, Geld sinnvoll anzulegen, statt es auf Giro- oder Tagesgeldkonto schmoren zu lassen, fragt sich vielleicht: Macht es jetzt Sinn, soll ich noch warten? In welche Anlagen investiere ich?

Bei der Tortengrafik reden wir von der Aufteilung des Vermögens in verschiedene Assetklassen:

Als Beispiel betrachten wir ein geplantes Depot mit Investmentfonds für eine 30-jährige Frau, der Anlagebetrag sei 50.000,–€. Zunächst stellen wir nicht die Frage nach aktiven Fonds oder ETF’s, sondern suchen eine passende Aufteilung in Cash, schwankungsarme Renten- oder Mischfonds, ergänzt durch einen Aktienanteil. Als grober Anhaltspunkt für einen passenden Aktienanteil dient das Alter:
„100 minus Alter gleich Aktienanteil“.

Die Idee: Die Schwankungen von Unternehmensanteilen strapazieren die Nerven, führen aber mit dem entsprechenden Zeithorizont zu hohen Erträgen. Junge Anlegerinnen und Anleger zwischen 20 und 30 vertragen demnach Aktieninvestments zwischen 70 und 80%. In mittleren Jahren sinkt der Bereich auf 50% und selbst im Rentenalter dürfen es noch 20 bis 30% Aktien sein.

Die individuelle Struktur hängt zwar beispielsweise von den persönlichen Verhältnissen, der Erfahrung mit Wertpapieren und der Risikoneigung ab, aber die Formel gibt eine Richtschnur.

Gehen wir von einem notwendigen Cashanteil von 10 bis 15% aus, dürfen es (weil es vielleicht um Altersvorsorge geht) tatsächlich 70% dynamische, aktienorientierte Anlagen sein, es bleiben noch 15% für defensive Bausteine.

Und fertig ist die Struktur: Eine Torte mit „15 – 15 – 70“, das entspräche 7.500 € Cash, 7.500 € defensive Bausteine und 35.000 € langfristig orientierte Aktienanlagen. Dann kann die Produktauswahl starten!

 

©Text/ Foto/ Grafik Renate Kewenig, Finanzverstand 2020