Fonds im Fokus: TerrAssisi Aktien AMI – Nachhaltigkeit mit ethischem Ansatz

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, endlich. Was alle nun integrieren – und auch in der Beratung integrieren müssen – ist für einige Anbieter schon lange selbstverständlich. Dazu gehört der Aktienfonds von TerrAssisi, der zusätzlich zu den ESG-Kriterien einen ethischen Filter anwendet, basierend auf den Grundsätzen des Franziskanerordens. Schon seit 2000 am Markt, häufig und vielfach ausgezeichnet, finden Anlegerinnen und Anleger hier ein ausgereiftes Konzept.

Harald Brockmann, Direktor für ethisch-nachhaltige Geldanlage beantwortet Fragen zum TerrAssisi Aktien AMI und zum Investmentansatz,  die Fragen stellte Renate Kewenig, Finanzbilderin:

TerrAssisi kenne ich schon lange aus meiner alten Beratungstätigkeit. Vor vielen Jahren auf der Anlegermesse lagen unsere Messestände einander gegenüber…. Halten Sie den Trend zu Ethik und Nachhaltigkeit für einen dauerhaften Wandel?

Zunächst muss man festhalten, dass ja jeder „Nachhaltigkeit“ für sich persönlich anders definiert und daher bei der Umsetzung eigener Vorstellungen eine Vielzahl von Angeboten vorfindet.

Von einem Trend zu sprechen ist u. E. schon überholt. Bei vielen Institutionellen Anlegern wie z. B. Stiftungen gehört die nachhaltige Anlage bzw. das nachhaltige Asset wie selbstverständlich in das Portfolio. Durch die staatlichen Regulierungen auch auf EU Ebene, wie auch die Verpflichtung von Beraterinnen und Beratern ab August 2022 die nachhaltigen Präferenzen abzufragen im Kundengespräch, sowie die verstärkte Medien Präsenz und Aufmerksamkeit, wird das Thema nochmals an Dynamik gewinnen. Wir brauchen einen langen Atem und sind bereit dafür.

Was unterscheidet Ihren Investmentansatz von anderen? Unter den TopTen des TerrAssisi I AMI finden sich Big Player wie Apple, Visa oder Linde, wie in anderen Fonds auch.

Wir sprechen bei unserem weltweit anlegenden terrAssisi Aktienfonds über einen Fonds der immer zu 100 % investiert ist, ohne jegliche Absicherung. Schon seit über 13 Jahren verfolgen wir den gleichen mehrstufigen Investmentansatz, der sich nicht verändert hat: Es gelangen nur Unternehmen mit einem Prime Status, d. h. besonders positive Bewertung in den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung in unser Portfolio, daneben haben wir viele Unternehmen ausgeschlossen, die in kontroversen Geschäftsfeldern und kontroversen Geschäftspraktiken involviert sind. Beispielhaft sind hier genannt: Atomenergie, Rüstung, Fossile Brennstoffe, aber auch Korruption und Kinderarbeit. Verändert hat sich im Laufe der Zeit nur die Fülle der Unternehmensanalysen, sowie der Kriterienkatalog. Nicht geändert hat sich auch die lange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Analysehaus ISS ESG und Ampega.

Bei der Recherche über die Franziskaner fand ich in Wikipedia tatsächlich Klara von Assisi, die als Mitbegründerin des Ordens bezeichnet wird. Wie nehmen Sie heute das Frauenthema in der Geldanlage wahr?

Auf der einen Seite haben wir das Beratungsfeld: Auch hier ist der Beratungsbedarf wie auch bei Männern, gerade bei nachhaltigen Assets noch sehr groß. Bei Präsenzveranstaltungen wie z. B. Messen sprechen uns Frauen an, die sich im Vorfeld zu diesem Thema schon informiert haben und dann mit konkreten Fragen zu uns kommen. Wir stellen fest, dass sich Frauen verstärkt um Ihre Geldangelegenheiten selbst kümmern möchten und für die Nachhaltigkeit insgesamt sehr affin sind. Auf der Seite unserer Hilfsprojekte sind die „Frauenprojekte“ klar im Fokus.
Hier sprechen wir z. B. über von uns unterstützte Frauenhäusern in Kenia, wo wir Frauen helfen, die wegen Zwangsverheiratung oder Genitalverstümmelung Schutz suchen, Beistand für Frauen in Argentinien und Mexico, die einen Weg aus der Prostitution suchen oder medizinische Versorgung von alleinstehenden Frauen in Indien, welche HIV infiziert sind, u.v.m.

Im Factsheet wird darauf hingewiesen, dass ein Teil der Managementvergütung an den Franziskanerorden und seine Projekte geht. Sehen Sie darin im Markt der konkurrierenden Anbieter von Fonds einen Vor- oder Nachteil? Nach dem Motto, tue Gutes und sprich darüber.

Bei der Auswahl der KVAG zu unserer Initiative, haben wir eine Initiator Fee oder Managementvergütung vereinbart. Dieser Anteil aus der Verwaltungsvergütung der terrAssisi Fondsfamilie dient zur Unterstützung der Arbeit unseres Internationalen Hilfswerkes Franziskaner Helfen, mit Sitz in Bonn. Von dort aus unterstützen wir seit mehr als 50 Jahren weltweit Hilfsprojekte und Nothilfemaßnahmen von Franziskanerinnen und Franziskanern vor Ort.

Der Boom der ETF’s setzt die aktiven Managementansätze seit Jahren unter Druck, genau wie die Berater, die sich der Kostenfrage stellen müssen. Wo sehen Sie ihre Mitbewerber?

Wir fühlen uns mit unseren Fondslösungen sehr wohl und konnten uns in den letzten Jahren auf dem Markt behaupten. Mit unserem aktiven Managementansatz bieten wir unterschiedliche Anlageklassen und verschieden marktkonforme Vergütungsmodelle. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir bei Verfehlungen einzelner Unternehmen im Portfolio sehr schnell reagieren konnten und mit der augenblicklichen Kostenstruktur mehr als konkurrenzfähig sind.

Vielen Dank für das Gespräch!

50 plus – Wie Frauen jetzt noch vorsorgen!

„Jetzt kann ich ja doch nichts mehr tun für die Rente…“ diesen frustrierten Satz habe ich oft gehört in meinem alten Beraterinnen-Leben. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Die gute Nachricht ist – Sie können immer etwas tun!

In jeder Lebensphase zahlt es sich aus, genau hin zu schauen. Während sehr frühe Planung noch viele Unsicherheiten enthält, liegen jenseits der 50 viele Fakten vor. Es gibt schon ein Berufs-und Familienleben, das in der Rentenauskunft verankert ist. Prüfen Sie die gespeicherten Beitragsdaten und ergänzen Sie fehlende Zeiten. Je näher das Rentenalter rückt, umso genauer treffen die prognostizierten Zahlen zu.

Damit verfügen Sie bereits über eine wichtige Eckinformation: Die voraussichtliche staatliche Rente.

Ein Zeitraum von  10 bis 15 Jahren bietet noch genug Zeit, Vermögen zu bilden, während Sie noch arbeiten. Wenn Sie bestehende Anlagen optimieren, tragen diese noch besser zum Finanzpolster bei. Am Anfang steht etwas Arbeit, aber: Mit einer Kanne Tee ein  toller Zeitvertreib für regnerische Wochenenden!

Die Bestandsaufnahme

– Was ist schon da? Bestehen Lebensversicherungen und wann sind sie fällig? Was macht die Immobilienfinanzierung – falls eine besteht? Wird das Darlehen getilgt sein oder besteht ein Rest, der geschickt umgeschuldet werden kann? Gibt es angespartes Vermögen in Investmentfonds? „Schmoren“ größere Beträge auf dem Tagesgeld oder sogar Girokonto? Nutzen Sie geförderte Sparformen wie Riester oder Rürup? Wie ist der heutige Lebensstandard? Bleibt Geld übrig und wie viel? Sind künftige mögliche Risiken, zum Beispiel eine mögliche Pflege, genügend abgesichert?

Die Bestandsaufnahme kostet Zeit, die sich auszahlt. Liegt alles auf dem Tisch, kommt der nächste Schritt:

Die Prognose

Für die Prognose und um die mögliche Versorgungslücke festzustellen, vergleichen Sie heutigen und künftigen Bedarf und ermitteln die zu erwartenden Einnahmen. Beratungstools für die Altersvorsorge werfen oft theoretische Zahlen aus, wieviel ab sofort unbedingt gespart werden soll.
Die Konsequenz: Erschrocken darüber, dass nun 500 Euro monatlich an die Seite gelegt werden müssen, passiert gar nichts. Da hilft eine möglichst realistische Prognose über Ausgaben und Einnahmen – eine persönliche Minibilanz:

Was benötige ich heute monatlich für Lebenshaltung & Co.?

Welchen Betrag brauche ich in 15 Jahren, bei einer angenommenen Inflation von 2% und gleichem Lebensstandard? Inflations- oder Kaufkraftrechner im Netz helfen, den Betrag zu ermitteln.

Auf der Einnahmeseite nutzen Sie alle verfügbaren Quellen: die gesetzliche Rente, betriebliche Rentenmodelle oder eine private Rentenversicherung. Eine fällige Kapitallebensversicherung oder andere Geldanlagen, aus denen Sie bei Bedarf zusätzliche Beträge entnehmen, bieten die Basis für ein monatliches „Zubrot“.

Einsparungen im Rentenalter verschaffen weiteren Spielraum: Im bezahlten Haus sparen Sie jeden Monat Kosten. Manche Beiträge fallen ab 60 Jahren monatlich weg, zum Beispiel für eine bereits fällige Lebensversicherung. Monatliche Sparraten gehören auf den Prüfstand, genauso wie Raten für Auto oder andere Kredite. Lange Ausbildungen für die Kinder kosten reichlich – aber für die meisten, die heute um die 50 sind, dürfte diese Unterhaltsaufgabe dann weitgehend erledigt sein.

Ist dieser Schritt erledigt, kommt die Stunde der Wahrheit: Gibt es eine Lücke zwischen dem künftigen Bedarf und den Einnahmen?

Die Planung

Die heute 50-Jährigen glaubten lange Zeit der Aussage „Die Rente ist sicher.“ Heute wissen wir, dass das so nicht stimmt. Genau diese Generation – und besonders die Frauen – sind „gekniffen“ und müssen besonders genau hinschauen. Der Vergleich zwischen heute und der Prognose zeigt die Versorgungslücke: Wie groß ist sie?

Ein Beispiel: Für Waren und Dienstleistungen, die heute 1000 Euro kosten benötigen Sie in 15 Jahren bei 2% Inflation bereits fast 1350 Euro. Das entspricht fast 35% Plus.

Um später monatlich 350 Euro allein für diese Differenz aufbringen zu können, wenn kein Arbeitseinkommen mehr besteht, wäre ein Betrag von 70.000 Euro erforderlich. Aus diesem Volumen könnte ein „Zubrot“ über 25 Jahre entnommen werden, eine jährliche Rendite von 3,5% vorausgesetzt. Mit knapp 300 Euro im Monat Sparrate – ab sofort -, bei einer jährlichen Rendite von 3,5%, erreichen Sie das Ziel.

Die heutige Sparrate bestreiten Sie aus Einkommen oder verändern Ihre Ausgaben: Gibt es Sparpotential bei Tarifen oder Kosten und Gebühren, um „freies Geld“ in die Vorsorge zu stecken? Bieten staatliche Fördermöglichkeiten einen Vorteil, der noch nicht genutzt ist?

Die Umsetzung

Mit der neu gewonnenen Klarheit geht es an die Umsetzung. Während früher die Ansicht galt, im Alter brauche man nicht mehr so viel, sieht das heute anders aus. Einerseits verfügen die reiferen Jahrgänge über eine gute Fitness und wollen nach einem langen Arbeitsleben reisen, Hobbies nachgehen, Kultur erleben. Außerdem steigt die Lebenserwartung, oft verbunden mit gesundheitlichen Risiken, die Geld kosten. Meine langjährige Erfahrung ist, der Bedarf im Alter liegt nicht wirklich niedriger. Das heißt für deutsche Sparer: Umlernen und Investieren. Flexibilität spielt eine weitere große Rolle, denn das Leben bleibt auch im Alter überraschend.

Die Zinslage zwingt zu Alternativen: Auf jeden Fall gehört Rendite ins Blickfeld, um die Inflation – gerade jetzt – auszugleichen und ein Plus zu erzielen. Regelmäßiges Sparen in ein Depot mit Aktien-, Misch und Rentenfonds legt die Grundlage für später. Wichtig: Mit Beginn der Rente benötigen Sie vielleicht nur 350 Euro monatlich zusätzlich. Das restliche Depot darf weiterhin Erträge erwirtschaften. Und da wir alle statistisch relativ alt werden, reicht die Zeit auch für den Aktienanteil. Die Zusammensetzung der Anlagen, ob aktive Fonds oder ETF’s, ob mit Gold oder ohne, nachhaltig oder konventionell, mit oder ohne Beratung, kommt auf Sie an. Für jeden Anlegertyp gibt es eine passende Lösung und angemessene Kosten helfen, das Ziel zu erreichen.

Unabhängige Information, Seminar oder Coaching helfen, den eigenen Durchblick zu schärfen und passende Entscheidungen zu treffen.

 

Für Sie gelesen:

Gedanken zu Finanzblogs & Co. bei den Fondsfrauen

Bildungsurlaub: Ohne Moos nix los!

Bezahlter Urlaub um schlau zu werden: der Bildungsurlaub. Von Mittwoch bis Freitag befasst sich das Seminar mit Geldanlage, Altersvorsorge & Co. Wenn Sie im Raum Bonn leben und/ oder arbeiten, nutzen Sie das Angebot und melden Sie sich an!

Details und Anmeldung finden Sie hier!

Für Sie gelesen: Interview zu Frauen Geld und Finanzbildung

In der neuesten Ausgabe der Fachzeitung Fondsprofessionell erschien ein interessanter Beitrag, unter anderem im Interview mit Renate Kewenig als Expertin.

KLASI®-Prinzip – „Eselsbrücke“ für erfolgreiche Geldanlage

Spontan, flexibel, intuitiv – moderne Zeiten verlangen viele Eigenschaften, um Beruf, Familie und Freizeit gerecht zu werden. Doch was heißt das für Geldanlage? Vergleichen wir mit den Anlagen unserer Eltern und Großeltern: Sparbuch, Kapitallebensversicherung und Immobilie standen ganz weit oben, sicher und beständig.
Bei den Depotstrukturen großer, institutioneller Anleger in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts dominierten Anleihen und Aktien, das scheint aus heutiger Sicht einfach. Inzwischen leben wir in schnellen Zeiten, Computerhandel beschleunigt Kurse und Zinsen rückten in weite Ferne. Der Wunsch nach Rendite undStabilität führt nicht nur zu einer breiten Streuung innerhalb einer Anlageklasse, zum Beispiel bei Aktien, sondern auch über alle Anlageklassen hinweg: Rohstoffe, Kreditinvestments, Infrastruktur, außerbörsliche Beteiligungen, das Anlageuniversum ist riesig, die Welt hat sich verändert.

Und wie stehen die Privatanleger da? Etwas hilflos, wie es scheint. Einem unglaublichen Produktangebot, verschiedenen Interessen und digitalen Kanälen ausgesetzt, horten deutsche Sparer ihr Geld vor allem auf Sparbüchern und Girokonten – und das bei praktisch Nullzinsen. Was bedeutet das? Auch wenn der Betrag auf dem Konto gleich aussieht, die Inflation nagt an der Kaufkraft.

Um das eigene Kapital wachsen zu lassen, helfen eigenes Finanzwissen, strukturiertes Planen und Umsetzen. Statt spontan, flexibel und intuitiv irgendwelche Finanzangebote einzukaufen, nutzen Sie das KLASI-Prinzip.

Hinter jedem Buchstaben verbirgt sich ein wichtiger Schritt für die eigene Geldanlage:

K – für Kassensturz: Etwas Arbeit macht es, genau hinzuschauen und eine kleine, persönliche Einnahmen-Ausgaben-Bilanz zu erstellen. Online-Helfer unterstützen dabei und einmal erstellt, erleichtert der Überblick künftige persönliche Finanzentscheidungen.

L – für Liquidität: Viele kennen sie noch, die Daumenformel „2 bis 3 Monatsgehälter“ als Reserve für kurzfristige Ausgaben. Individuell unterschiedlich, aber immer wichtig, um im Notfall nicht an gebundene Anlagen zu müssen. Beträge für ein bis drei Jahre sollten ein kleines Plus bringen, ohne Schwankungsrisiken.

A – für Absichern: Bevor Geld angelegt werden kann, müssen Basisrisiken erkannt und bearbeitet werden. Brauche ich eine Absicherung für den Todesfall? Wie sieht die Altersvorsorge aus? Was ist mit Hausrat, Haftpflicht und Rechtsschutz? Reicht die gesetzliche Pflegeversicherung im Rahmen der Krankenkassebeiträge oder soll die Pflege privat aufgestockt werden? Dabei spielen nicht nur private, sondern auch berufliche Risiken, zum Beispiel bei Unternehmern eine Rolle.

Nachdem die Basis gelegt und klar ist, welche Gelder gebunden sind und für die täglichen Ausgaben sowie mögliche Risiken gebraucht werden, kommt die Kür:

S – für Strategie: Zum Anlageprozess gehören verschiedene Schritte, wie Zeithorizont, Anlagebetrag, Ziele, Renditeerwartung, Risikobereitschaft und die Umsetzung. Auch wenn bei der Anlage später Berater ins Spiel kommen sollen, bereiten Sie sich vor:

Wie ticke ich? Macht mich ein kurzfristiger Kursverlust nervös oder kann ich das einordnen? Welche Anlageziele gibt es und was ist mir wichtig? Spielt Nachhaltigkeit eine Rolle? Macht Geldanlage Spaß, soll sie in Eigenregie erfolgen? Will ich die Bank oder unabhängige Beratung nutzen? Bin ich technikaffin und setze auf Onlinelösungen?

Ist diese Kür bearbeitet, sind die Informationen gesammelt und die Fragen gelöst, kommt der finale Schritt (der oft viel zu lange heraus gezögert wird!):

I – Investieren: Immer wieder zeigt sich, dass dieser Schritt nicht folgt. Zugegeben, Geldanlage ist eine Entscheidung, die Folgen hat: Anlagebeträge verändern sich…hatte ich eben noch 100.000 Euro Erbschaft auf dem Tagesgeldkonto habe ich anschließend vielleicht Gebühren bezahlt, Ausgabeaufschläge oder Beratungshonorare wurden fällig. Eine gute Vorbereitung, klare Ziele und passende Umsetzung helfen, die eigenen Vorstellungen zu erreichen.

Fazit: Theorie und Praxis sind zwei Paar Schuhe. Aber der Schritt vom Sparer zum Anleger führt zu einer erfolgreichen finanziellen Vorsorge. Wer ihn nicht geht, leistet der eigenen Altersarmut Vorschub. Staatliche Vorsorge schwächelt und persönliche Verantwortung muss sein.

Trauen Sie sich, bringen Sie Struktur in ihre finanziellen Pläne und ordnen Sie Ihren Zielen und Möglichkeiten die passenden Anlagen zu. Es lohnt sich!

©Text/ Foto/ Grafik Renate Kewenig, Finanzbilderin, Finanzverstand 2020

Mehr als nur DAX: Nachhaltigkeits-ETF für den deutschen Markt

Was hat der Wald mit Geld zu tun? Die Idee der Nachhaltigkeit kommt aus der Waldwirtschaft: Nicht mehr abholzen, als nachwachsen kann.

Nachhaltigkeit ist seit kurzem in aller Munde, war bisher aber kein Aktivposten am deutschen Aktienmarkt. Kosten von Finanzprodukten bestimmen außerdem die Diskussion und führen im aktuellen Anlagenotstand zu vielen ETF-Käufen bei Anleger*innen, die oft nicht wirklich wissen, was sie tun.

Seit Frühjahr 2020 gibt es jedoch ein neues DAX-Segment, der ESG-Kriterien auf die große DAX-Familie anwendet: den DAX 50 ESG. Er basiert auf DAX 30, MDAX und TECDAX und wendet „Environment, Social, Governance“ Aspekte auf deutsche Dividendenwerte an.

Wer diese Entwicklung begrüßt und sie als ersten Schritt zu einer verantwortlichen Wirtschaft sieht findet unter der ISIN DE000ETF9090 zum Beispiel den Lyxor 1 DAX® 50 ESG UCITS ETF.

Der mittel- und langfristige Vergleich zu aktiven Investmentfonds im Nachhaltigkeitssegment bleibt spannend!

© RK Finanzverstand 2020 – Der Beitrag ist keine Anlageempfehlung, Investitionen müssen immer individuell und entsprechend der gesetzlichen Vorschriften erfolgen.

V, W oder L – Wo stehen wir wirtschaftlich?

Nein, dies ist kein Beitrag über Autos und „V,W“ ist kein Schreibfehler…. sondern eine Sichtweise auf die Anlagesituation in Corona-Zeiten. Zugegeben, es mag wichtigere Fragen geben: Behalte ich meinen Arbeitsplatz? Kommt die zweite C-Welle? Wie bringe ich Familie, Homeschooling, Job unter einen Hut? – und vieles mehr.

Geldanlage liegt da sicher nicht obenauf.

Aber je länger es dauert, desto eher holen uns auch die verdrängten Themen wieder ein. Es wird immer noch geerbt, Häuser werden ge- und verkauft, Abfindungen gezahlt oder eine Scheidung mit ihren finanziellen Aspekten steht an. Auch die gesetzliche Rente bleibt ein Thema.

Corona bringt umfassend die Welt durcheinander, zeigt Schwachstellen auf und verunsichert auf breiter Front. Der deutsche Aktienindex zeigt sich erstaunlich robust: Nach einer rapiden Abwärtsfahrt vom all-time-high bei 13 789 Punkten am 19. Februar, bis auf 8 441 innerhalb von vier Wochen, sehen wir nach knapp sieben Monaten schon wieder um die 13 300 Punkte.

Vergleichen wir andere heftige Crashs:
– Die „.com-Blase“ , die ab März 2000 drei Jahre sinkende Kurse mit einem Verlust von rund 70% brachte (jetzt waren es 40%!) und bis
2008 brauchte, um wieder fast das alte Niveau zu erreichen oder
– die Finanzkrise, die 18 Monate dauerte bis zum Tief bei – 50% und erst im Frühjahr 2013 wieder um die 8000 Punkte zeigte

reiben wir uns verwundert die Augen:

War das jetzt schon alles? Der Lockdown, massive Einbrüche in fast allen Wirtschaftsbereichen, Kurzarbeit – aber gute Börsen-Stimmung andererseits? Sind wir psychologisch erleichtert, nicht krank zu sein, persönlich kaum Einbußen oder vielleicht sogar eine neue ruhige, entspannte Erfahrung mit Zeit und Familie gemacht zu haben?
Oder hat die Börse recht, die immer in die Zukunft schaut und schon 6 bis 9 Monte voraus wieder alles rosig sieht? Unterschätzen wir eine drohende Pleitewelle, weil Insolvenzantragsfristen ausgesetzt sind und Milliardenbeträge retten, was zu retten ist? Nutzt die Wirtschaft die Zeit für Reformen, passt sich an moderne Zeiten an und löst endlich verkappte Probleme?

Sicher, die Wirtschaftsleistung 2020 bricht in historischem Umfang ein, ob minus 6 oder doch minus 10%, wir werden es bald wissen. Aber Kurse steigen. Verkehrte Welt?

Die Frage, ob die Wirtschaftserholung als V verläuft (starker Abschwung, steiler Aufstieg) oder als W (steiler zweiter Abschwung mit einer möglichen zweiten Welle) oder eher eine L-Formation aufweist, die eine längere Schrumpfung beinhaltet….der DAX zeigt erstmal ein V.

Jenseits aller Wirtschaftsdiskussionen: Was heißt das für die Anlage? Geht es im Herbst oder spätestens im nächsten Frühjahr wieder abwärts, vielleicht sogar längere Zeit, weil die Realitäten uns einholen? Oder laufen die Kurse, mangels anderer Anlagealternativen weiter aufwärts?

Für eigene Entscheidungen hilft eine passende Strategie: Auch diese Krise wird irgendwann Geschichte sein, bringt vielleicht sogar positive Impulse und hilft, erfolgreicher in die Zukunft zu gehen.
Das heißt für Anleger*innen: Ziele definieren, tragbare Risiken abschätzen, Zeitfenster festlegen und dann am Ende passende Berater und/ oder Produkte finden. Erstmal schrittweise investieren, sparen und Schwankungen nutzen, vor allem nicht nur auf eine Karte – zum Beispiel Immobilien – setzen. Jede Anlageform hat Vor- und Nachteile, daher hilft ein Mix, „Klumpenrisiken“ zu vermeiden, aber sich auch mal trauen! Bei einer Aktienquote von 16% in Deutschland ist noch Luft nach oben!

© Text_Foto_Grafik_FV/ RK

Der Renommier-Index DAX 30: Verliert er an Vertrauen?

Diese Woche wird der DAX (endlich) sein spektakuläres Schmuddel-Mitglied Wirecard los….bisherige Kriterien für den Leitindex reichten wohl nicht aus, um die Familie der 30 größten und damit den Markt stark beeinflussenden, börsennotierten Unternehmen von fragwürdigen Entwicklungen frei zu halten.

Genau wie man sich fragen kann, was eine Deutsche Bank mit ihren jahrelangen Skandalen noch in der ersten Liga macht, gerät nun der mögliche Nachrücker ins Blickfeld: Die Zukunft in Form von Delivery Hero (Held klingt immer gut!), der Berliner Online-Plattform für Essensbestellungen, die weltweit agiert? Oder die  – vielen sicher wenig bekannte – Alternative Symrise, einem Aroma- und Duftstoffspezialisten aus Norddeutschland? Während der eine mit fast 700 Mio USD Umsatz weltweit (in Deutschland selbst mit dem Kerngeschäft nicht mehr vertreten) noch rote Zahlen schreibt, also keinen Gewinn erzielt, geschweige denn Dividende zahlt, besticht der andere durch ein (vielleicht auf den ersten Blick langweiliges) profitables Geschäftsmodell, das wir alle überall wieder finden. Ob der Minzgeschmack der Zahnpasta oder der betörende Parfumduft, überall mischt Symrise mit – und zwar mit Gewinn. Morgen wissen wir es, zum Ende der Woche gibts die neue Zusammensetzung des DAX.

Für ETF-Anleger werden die Indexprodukte automatisch angepasst, dafür bleiben sie auch bis zuletzt dabei. Nur gut, daß der Einfluss von Wirecard auf den Index nicht zu stark durchschlug, zum Schluß unter ferner liefen. Aktive Fonds konnten – und haben es auch – viel eher reagieren und den Zahlungsabwickler aus ihren Fonds-Portflios entfernen.

In Zeiten, wo in vielen Medien die Aktienanlage über ETF’s und Dividenden als Patentlösung für private Geldanlage gepriesen werden, erlebten Wagemutige – ähnlich wie damals bei Telekom – wie sich ihre Depotposition in Luft auflöst. Vertrauen schafft das nicht.

Da richtet sich doch der Blick in Richtung DAX 50 ESG, der 50 Werte aus den Segmenten DAX30, MDAX und TecDAX enthält. Zwar schlagen auch hier die Schwergewichte des Leitindex stark zu Buche, aber über die zusätzlichen Nachhaltigkeitskriterien schaffen doch einige nicht den Sprung ins neue Segment. Wenn sich der Gedanke „Gewinn mit gutem Gewissen“ weiter durchsetzt, dann gibt es Hoffnung auf ein besseres Gewissen bei der Aktienanlage – und auf nachhaltigen Erfolg für Privatanleger.

Hinweis: Die Recherche erfolgte nach bestem Wissen und Gewissen, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient der Information. Anlagen sollten immer individuellen Voraussetzunge und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

© Finanzverstand Renate Kewenig

 

 

Neu: Online – Themen – Workshops ab Oktober

Nicht Jede und Jeder will gerade einen größeren Betrag aus Erbschaft, Versorgungsausgleich oder Lebensversicherung anlegen und sucht ein Gesamtcoaching, sondern es stehen eher einzelne Themen auf der Agenda. Daher stehen ab Oktober kurze
OnlineThemen – Workshops zur Verfügung!

Für 1 – bis 3 Personen

Dauer: 90 Minuten

Termine: Nach Vereinbarung, buchen Sie Ihre passende Zeit!

Themen:
Das KLASI-Prinzip – schrittweise zur eigenen Geldanlage

Investmentfonds kompakt

Nachhaltig Vermögen aufbauen: Kinder, Rente, Hauskauf

Spezial
Für Investmentclubs oder Aktieninteressierte: Aktienauswahl – Worauf kommt es an?

Ihr Thema ist nicht dabei? Sprechen Sie uns an, die Liste ist nicht abschließend.

 

Kosten: 75 € pro Person, inkl. ges. MwSt
Das Coaching findet mit Blizz statt, der Link wird nach Zahlung der Rechnung individuell zugemailt und berechtigt zur einmaligen Teilnahme. Die Kosten schließen ein kleines handout mit ein.

Anfrage und Anmeldung unter kewenig@finanz-verstand.de

Infos zur Referentin über www.finanz-verstand.de

Finanzfit® Fondsidee: Nordea Emerging Stars Equity Fonds

In vielen Depots der – immer noch zu wenigen – Aktien und Aktienfondsbesitzer* finden sich deutsche Titel, seltener europäische oder internationale Werte. Einerseits hilft es, Unternehmen zu kennen, andererseits hilft es vor allem, breit zu streuen. Warum also nicht in die Ferne schweifen, in die weltweit jungen, sich entwickelnden Märkte? Vor allem, wer lange Zeit hat, findet mit einem Emerging Markets-Fonds eine interessante Anlageidee, da wo eigene Recherche an seine Grenzen stößt.

Nordea Investments und sein „nordischer Ansatz“ berücksichtigt schon nachhaltige Ideen lange bevor sich das Thema verbreitete. Mit einem starken Anteil in Asien, im Finanz- und IT Bereich greift der Emerging Stars Equity Fonds entscheidende Zukunftsthemen und -regionen auf, gepaart mit einem aktiven ESG-Ansatz. Außerdem managen zwei Frauen – Juliana Hansveden und Emily Leveille – den Aktienfonds, ebenso wie einen neuen Gender-Fonds. Aktuell beantwortete mir der Nordea Deutschland Chef, Dan Sauer, einige Fragen:

Warum kann die Nordea Fondspalette besonders für Frauen interessant sein?

Dan Sauer: Offen gestanden, habe ich mir diese Frage nie gestellt, da gute Fonds aus meiner Sicht keine Frage des Geschlechts sind. Allerdings ist die Frage mehr als gerechtfertigt, insbesondere im Hinblick auf das Geschlechter-Ungleichgewicht, das nach wie vor in unserer Branche vorherrscht. Als nordisches Unternehmen hat Gleichberechtigung für uns einen hohen Stellenwert. So ist Nordea zum vierten Mal in Folge im Bloomberg Equality Index vertreten. Dieser Index misst die Gleichstellung der Geschlechter anhand verschiedener Kriterien, zum Beispiel weibliche Führung und Talent-Pipeline, Lohn- und Geschlechtergleichheit, eine integrative Kultur oder Richtlinien für sexuelle Belästigung.

 

Welche Fondsidee aus ihrem Hause finden Sie für die Generation YZ besonders interessant?

Dan Sauer: Immer mehr Studien zeigen, dass junge Menschen im Alltag zu mehr Nachhaltigkeit tendieren. Sie essen weniger Fleisch, beschäftigen sich mit Themen wie der Verschmutzung der Ozeane durch Plastik oder der weltweiten Abholzung und kaufen, wann immer möglich, biologische Produkte. Diese nachhaltige Grundeinstellung hat auch immer mehr Einfluss auf ihr Investmentverhalten. Anlagelösungen mit Ausrichtung auf Nachhaltigkeit rücken daher immer stärker in den Fokus. Wir bieten bereits seit vielen Jahren Fonds in diesem Bereich an – so zum Beispiel unsere STARS Fonds, bei denen ESG (Environment, Social und Governance) ein fest integrierter Bestandteil des Investmentprozesses ist. Die beiden Dreiecke formen als Einheit den Stern, der die Integration von ESG im Investmentansatz illustrieren soll.

Darüber hinaus ist für die jüngere Anlegergeneration natürlich auch das Thema Sicherheit wichtig. Hier haben wir mit unseren Multi Asset Lösungen interessante Angebote. Unser Motto bei diesen Produkten lautet „Stabilität. Immer“. Den Regenschirm kauft man vor dem Unwetter, nicht danach.

Vielen Dank, Herr Sauer!

Übrigens weist der Emerging Stars Equity einen weitaus besseren CO2-Fußabdruck auf, als sein Vergleichsindex und Morningstar bewertet den Fonds mit besten 5 Sternen.

Die Grafik vergleicht über 5 Jahre den Nordea Emerging Stars Equity (orange)mit zwei Schwellenländer ETF’s und dem DAX (weil ihn jede*r kennt – grün).

Sie demonstriert zwei Dinge: Aktives Management kann von Vorteil sein, trotz erhöhter interner Kosten im Vergleich zu einem Indexfonds. Und: Der Emerging Stars ist bei fast gleicher Schwankung (Volatilität) wie der DAX erheblich besser.

Fazit: Im Depot geeignet bei langer Anlagedauer – für die Altersvorsorge, als Sparplan oder auch im Depot der Eltern/ Großeltern, wenn der Anteil nicht gebraucht wird, aber vielleicht vererbt werden kann. Mindestens 10 Jahre Zeit sollte für Aktieninvestments immer vorhanden sein, wie das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts immer wieder zeigt, steht bei viel Zeit die Rendite auf „grün“.

 

*Die Schreibweise in der maskulinen Form ist lediglich wegen der leichteren Lesbarkeit gewählt.
Die Antworten wurden redaktionell leicht gekürzt.
Quellen: Grafik Stars Nordea, Fondsvergleich eigene Recherche MSC/ FK

© Finanzverstand Renate Kewenig

 

KLASI-Prinzip: Eselsbrücke zum Finanzerfolg bei Courage online

Geldanlage steht und fällt mit der eigenen Vorbereitung. Als Eselsbrücke nützt „KLASI“ – fünf Schritte im Alltag zum eigenen Finanzerfolg. Vorgestellt bei Courage online

 

Online Finanzsalon – Start zum regelmäßigen Austausch!

Ab 7. Juli treffen sich interessierte Frauen zum Online-Finanz-Austausch im Finanzsalon. Erfahrungen, Fragen und fachliche Expertise: Bequem von zu Hause!

Den kostenlosen Link gibt es unter kewenig@finanz-verstand.de

 

Gesellschaft: Frauen heute – moderne Trümmerfrauen

„Ihr habt doch die Emanzipation gewollt!“ höre ich von meinem Sohn, wenn wir wieder mal über Männer und Frauen politisieren. Ohne die gesamte Geschichte der Frauenbewegung aufzurollen fallen mir einige Dinge auf:
– Frauen arbeiten heute fast alle.
In den Neunzigern waren wir berufstätigen Frauen – ich als selbständige Finanzberaterin – die „Rabenmütter“. Ständig schlechtes Gewissen, Männer fanden als Väter kaum statt, Elternzeit gab es nicht, keine Rentenpunkte für Kindererziehung (die kamen später rückwirkend) und böse Blicke von den „Hausfrauen“. Solidarität von Frauen untereinander, ein seltenes Gut.
– Wenn Frauen heute ein paar Jahre zu Hause bleiben wollen, um bei den Kindern stabile Wurzeln zu legen, treffen sie auf komische Blicke:
Warum will sie nicht arbeiten? Der alte Begriff vom „Hausmütterchen“ macht wieder die Runde und wer will schon so ein Image!!
Spielende Kinder in der Nachbarschaft (für uns damals noch Standard!) sind heute Fehlanzeige. Alle in der Betreuung!
Die Kinder selbst betreuen und erziehen? Das können Einrichtungen angeblich besser!
– Über allem schwebt die Rentenfalle: Sieht man sich die Zahlen zur Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen an, so liegt sie bei ca. 25%, wenn man die Aspekte wie Teilzeit, Karrierebrüche usw. nicht berücksichtigt. Bewertet man die Einkommen unter gleichen Voraussetzungen (gleiche Ausbildung, gleicher Werdegang, gleiche Arbeitszeit usw.) zeigt sich der rein geschlechtsspezifische Einkommensunterscheid: er liegt bei ca. 6%.. Das ist auch noch schlimm genug, aber der wichtige Grund für den „pay gap“ liegt an der mangelnden Wertschätzung von Haus- und Familienarbeit.
Haben Frauen also die Wahl? Angesichts praktisch nicht bestehender Unterhaltsansprüche im Scheidungsfall, beruflicher Nachteile durch Familienarbeit, niedrigerer Einkommen und damit auch geringerer Rentenansprüche kann von freier Wahl nicht die Rede sein.
Die Entscheidung, im häuslichen Umfeld tätig zu sein, kostet finanziellen Spielraum. Mit einem Einkommen als Familie gut zu leben erfordert, manches nicht zu tun.
Warum ich jetzt, wo die großen Fragen durch Corona & Co. gestellt werden, mit der „ollen Kamelle“ komme?
Weil mir immer wieder das Bild der modernen Trümmerfrau in den Sinn kommt. Wenn es gerade mal sein muss (Arbeitskräftemangel zum Beispiel), werden die Frauen mit dem Hinweis auf ihren Emanzipationswillen in die Arbeitswelt gezogen.
Was mich daran stört? Es hat sich (fast) nichts geändert, geschweige denn gebessert! Frauen haben heute wie damals nicht die Wahl. Wenn Familie gewollt ist (und über mangelnde Kinderzahl wird ja politisch ständig lamentiert, Demographie, Zuwanderung und so…) bekommt nun mal frau die Kinder. Will sie beruflich wettbewerbsfähig bleiben, muss sie so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsprozess.
Da Unterhalt im Scheidungsfall nach heutigem Recht praktisch Fehlanzeige ist, hilft auch gegen dieses Risiko nur eine durchgehende Erwerbstätigkeit.
Das Ergebnis: Zwei arbeitende Partner*innen, Stress für alle von morgens bis abends. Teure Kinderbetreuung, hohe Wohnkosten, delegierte häusliche Aufgaben resorbieren das Plus an Familieneinkommen und bescheren oft ein schlechtes Gewissen. Doch das Gesellschaftsmodell kennt auch viele Profiteure: Reinigungsdienste, Pflegedienste, Kitas, Vermieter, die höhere Mieten durchsetzen können und vieles mehr.
Damit ich richtig verstanden werde: Ich möchte eine echte Wahlfreiheit für Frauen und gern auch für Männer. Kein entweder/ oder, Karriere oder Familie, sondern eine umfassende gesellschaftliche Akzeptanz und Wertschätzung, wenn sich jemand für die wichtigen Aufgaben im häuslichen und familiären Umfeld entscheidet.
Während Kinder als höchstes Gut betrachtet werden, führen die übrigen häuslichen und familiären Aufgaben ein Schattendasein. Lieber BWL als Hausarbeit!
Hygiene, Wäschepflege, gesunde Ernährung, Vorratshaltung, Haushaltsplanung und -finanzen…allein diese Themen füllen schon ein Arbeitsleben, immerhin gab es mal den Beruf der Haushälterin. Da reden wir noch nicht von Kinderbetreuung und Erziehung. Von Homeschooling ganz zu schweigen.
Wer weiss denn heute noch, wie unterschiedlich Wolle, Seide, Baumwolle, Leinen gewaschen und gebügelt werden? Pullover verfilzt? Schnell neu bestellt für 15 Euro!
Hygiene – nicht zu viel und nicht zu wenig – ist für viele heute ein Fremdwort. Ein Saugroboter allein wird es wohl nicht richten. Der Vormarsch in Frankreich an Bettwanzen in Haushalten und Hotels spricht Bände!
Wir führen eine Ampel ein, den Nutri-Score, damit unsere Gesellschaft gesünder lebt. Grundwissen zu Ernährung: verloren gegangen. Wieder bildet sich ein neues Geschäftsfeld, mit dem sich Geld verdienen lässt. Aber wer hat nach einem acht Stunden Tag plus Arbeitswege noch den Nerv, sich intensiv um Einkauf und Kochen zu kümmern? Da hilft „Rot, Gelb, Grün“.
Nicht zuletzt – sondern eigentlich am Anfang – steht der Umgang mit Finanzen. Konsum überall, wer mithält ist happy, nach aussen die richtigen Marken zeigen und alles passt!
Aber: Geldanlage beginnt beim Haushalten. Vom Ausgeben wird man nicht reich. Was für altbackene, langweilige Sätze. Gääähn! Trotzdem stimmen sie und den Umgang mit Geld üben wir schon in der Familie. Wie war das nochmal mit der Überschuldung von Haushalten? Junge Menschen, die schon durch Handy & Co. einen negativen Eintrag in der Schufa aufweisen? Der Einfluß der Verbraucher auf die Wirtschaft ist gewaltig!
Zwei kurze Beiträge bestärkten mich, die Bedeutung „alten Wissens rund um Haus und Familie“ aufzugreifen: Kürzlich begegnete mir eine Notiz im „Panorama“ des Bonner General Anzeiger*: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis habe im ARD Magazin Kontraste festgestellt, dass Frauen sicher gern mehr zu Hause blieben, wenn das Geld reichen würde. Im Haus gebe es nicht nur langweilige Dinge, sondern „…die Wäsche gut zu sortieren bedeutet weniger Konsum.“
Ein weiterer Aspekt begegnete mir in einem Bericht über die Studie von Professor Streek, Uni Bonn zur Übertragbarkeit von Coronaviren und ihrer Haftung auf Oberflächen. 2-3 Tage auf Kunststoff und Edelstahl! Hier ist häusliches Hygienewissen gefragt!
Betrachten wir die vielfältigen Aufgaben rund um Haus und Familie mit neuen Augen! Rentenpunkte in Höhe des Durchschnittseinkommens über die gesamte Dauer der Familienarbeit unterstreichen die Bedeutung und wären politisch ein Schritt in die richtige Richtung. Schaffen wir eine echte Wahl!
*GA Ausgabe 6./7. Juni 2020, S. 40
© Finanzverstand Renate Kewenig

Aktienclub – Spaß und Erfahrung mit kleinem Geld

Frauen reden über Geld – und wie! Sie reden nicht nur, sie investieren gemeinsam in einem Aktienclub. Mehr im neuen Finanzsalon-Talk .

Finanzfit® Fondsidee: Pictet Water Fonds

„Verlieben Sie sich nie in eine Aktie“ lautet eine der Börsenregeln. Ich gebe es zu: Seit fast 20 Jahren liebe ich den Pictet Water Fund! (Aber das ist ja auch ein Fonds…)
Die gute Nachricht ist: Diese Liebe wurde bisher eigentlich nie enttäuscht. Schwankungen gab es und wird es immer geben, aber wer in ein anlagetechnisch bisher enges Thema investiert, weiß das. Anfang des neuen Jahrtausends gab es für den Fonds praktisch keine Konkurrenz und die Idee, in einen der lebenswichtigsten Bereiche der Welt zu investieren, überzeugt mich noch immer.
 Das Foto zeigt den Lac de Carcès, ein Wasserreservoir in der Provence, der zu dem Zeitpunkt gut gefüllt war. Wir haben ihn auch schon fast leer erlebt und dann begreifen auch wir wassertechnisch verwöhnten Nordeuropäer, dass frei verfügbares Wasser, in guter Qualität nicht selbstverständlich ist. In Forschung, Wiederaufbereitung, Entsalzung, Infrastruktur zu investieren, um nur einige Bereiche zu nennen, ist jetzt schon wichtig und wird es immer mehr.
Aktuell erhielt ich auf meine Fragen, was den Fonds speziell für Frauen interessant macht, wie das Management mit kritischen Einwänden zu Flaschenwasser (z.B. Nestlé, Danone) umgeht und wie der Fonds seine Rolle in der Zukunft des Wassers sieht, folgende Antworten*:
Warum ist aus Ihrer Sicht der Pictet Water als aktiver Fonds besonders für Frauen geeignet?
Eveline Benzschawel, Senior Marketing Manager Deutschland: Wir haben festgestellt, dass es oft gerade die Frauen sind, die nachhaltige und ökologische Kriterien verbunden mit zukunftsorientierten Themen bei ihrer Geldanlage berücksichtigen möchten. All dies bietet der Pictet-Water Fonds, da es sich zum Einen um ein Thema handelt, das auch für die nächsten Generationen von enormer Wichtigkeit sein wird – zum Anderen wird bei diesem Fonds der Nachhaltigkeitsbegriff an vielen Stellen berücksichtigt. Das Anlagethema „Wasser“ ist an sich schon nachhaltig, da es hier um Lösungen für die zukünftige globale Wasserherausforderung geht. Zusätzlich wenden wir auch bei der Auswahl der Fondspositionen strenge Nachhaltigkeitskriterien an.
Der Pictet Water ist ein „Urgestein“ der nachhaltigen Investments, bei dem Thema Wasser stoße ich immer wieder auf kritische Anmerkungen, Beispiel Nestlé/ Brunnen/ Flaschenwasser. Wie gehen Sie damit um?
Simon Frank, Senior Investment Advisor: Der Fokus des Fonds liegt auf den Bereichen Wassertechnologie (Konsumenten- und Industrieanwendungen, Überwachung & Tests), Wasserversorgung (Regulierte Wasserversorger, Konzessionen in Europa und Schwellenländern) und Umweltdienstleistungen (insb. Abfall- und Wasseraufbereitung), während Nahrungsmittelproduzenten wie Nestle oder Danone aufgrund mangelnder „thematischer Reinheit“ nicht im Portfolio zu finden sind. Pictet-Water investiert ausschließlich in Unternehmen, die mindestens 20% Ihres Unternehmenswertes mit Wasser-relevanten Produkten und Dienstleistungen erwirtschaften, unsere hohen ESG Kriterien erfüllen, nachhaltiges, überdurchschnittliches Wachstum aufweisen, eine hohe Qualität hinsichtlich Geschäftsmodell, Bilanz und Management erfüllen und gleichzeitig attraktiv bewertet sind. Zudem müssen die Unternehmen mit ihren Aktivitäten dazu beitragen, die mit Wasser verbundenen Probleme (bspw. Zugang zu sauberem Wasser, Sicherstellung der Versorgung, etc.) der Welt zu lösen.
Wasser ist eines der Themen mit „Sprengkraft“ der nächsten Jahrzehnte – gerade die Millenials blicken auf ESG, stärker als frühere Generationen. Wie schätzen Sie die Lösungen für das Problem in Zukunft ein?
Simon Frank, Senior Investment Advisor: Absolut, Wasser ist ein ganz elementares Grundbedürfnis für Leben auf der Erde und Pictet-Water trägt dazu bei, die damit verbundenen Probleme weltweit zu lösen, indem Unternehmen mit nachhaltigen Lösungen finanziert werden. Daher kann man Pictet-Water auch als einen sog. „Impact“ Fonds bezeichnen, der einen positiven Beitrag zu bestimmten Sustainable Deve-lopment Goals (Nachhaltige Entwicklungsziele) der Vereinten Nationen leisten möchte. Die Pictet Gruppe mit ihrer mehr als 200- jährigen Geschichte hatte schon immer einen großen Fokus auf Nachhaltigkeit. Zukünftig ist davon auszugehen, dass die Bedeutung von ESG und „Impact Investing“, d.h. Investitionen mit einem positiven Beitrag zu gewissen ESG Zielen, weiter zunehmen wird und wir begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich.
Fazit: Der global investierende Fonds setzt mit seiner positiven, fundamentalen Bottom-Up Auswahl vor allem auf Unternehmen., die in Wassertechnologien (Konsum- und Industrieanwendungen, Überwachung, Landwirtschaft), Wasserversorgung (Regulierte Versorger) und Umweltdienstleistungen (Abfallmanagement, Wasseraufbereitung, Consulting) aktiv sind und von den strukturellen Wachstumstrends profitieren.
Er strebt neben einer attraktiven finanziellen Rendite einen positiven Beitrag („Impact“) zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit an und investiert in die gesamte Wertschöpfungskette rund um das Thema Wasser.
Das sehr konzentrierte Portfolio aus 50 bis 60 Titeln verfolgt eine langfristige Strategie und sieht sich als verantwortungsbewusster Investor in den betreffenden Unternehmen.
Anmerkung: Der Beitrag stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Individuelle Voraussetzungen und gesetzliche Vorgaben sind vor einem Investment zu beachten.
*Die Antworten wurden redaktionell leicht gekürzt.

© Foto_Text Finanzverstand Renate Kewenig